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REL Carbon Special Black Label Line-Array im Test – Wie sechs Subwoofer ein herausragendes High-End HiFi-System auf ein neues Niveau heben

Wenn REL Acoustics Ltd. ein vertikales Line-Array aus insgesamt sechs Subwoofern propagiert, klingt das zunächst nach reinem Bass-Fetischismus. Im exklusiven Test von sempre-audio.at tritt ein Six-Pack aus sechs REL Carbon Special Black Label der aktuellen REL Serie S an, flankiert von Sonus faber Amati Supreme und einer kompromisslos aufgebauten High-End-Kette. Das Resultat ist nicht einfach mehr Tiefbass, sondern eine fundamentale Erweiterung der gesamten Darbietung – mit größerer Bühne, mehr Tiefe, klarerer Struktur und einer Selbstverständlichkeit, die selbst ein bereits herausragendes HiFi-System nochmals entscheidend verbessert.

In aller Kürze
  • Sechs Subwoofer, insgesamt 5.400 Watt RMS und zwölf 12-Zoll-Membranen – doch beim REL Carbon Special Black Label Six-Pack geht es nicht um ein brachiales Bassgewitter. Im ausführlichen Test zeigt das Line-Array, wie sich ein bereits herausragendes High-End HiFi-System nochmals fundamental verbessern lässt: mit mehr Raum, Tiefe, Klarheit und einer geradezu grenzenlosen Souveränität. Das Ergebnis: 10 von 10 Punkten und absolute Referenz.

In der Welt der ultimativen High-End-HiFi-Wiedergabe gibt es eine ebenso einfache wie unerbittliche Erkenntnis: Wer dem bestmöglichen Klang möglichst nahekommen will, darf sich nicht mit dem bereits Erreichten zufriedengeben. Dabei geht es keineswegs darum, ein hervorragendes HiFi-System permanent infrage zu stellen oder vermeintliche Defizite mit immer neuen Komponenten zu kaschieren. Vielmehr besteht die Faszination dieses Hobbys gerade darin, aus einer bereits ausgezeichneten Lösung noch mehr herauszuarbeiten, Zusammenhänge besser zu verstehen und das vorhandene Potenzial einer Anlage konsequent auszuschöpfen. Genau an diesem Punkt setzt REL Acoustics Ltd. mit einem Konzept an, das in dieser Konsequenz und Form tatsächlich einzigartig ist: dem sogenannten Six-Pack, einem Stereo-Line-Array aus insgesamt sechs Subwoofern.


Key Facts REL Carbon Special Black Label Six-Pack

  • Vertikales Stereo-Line-Array aus sechs identischen Subwoofern
  • Je drei REL Carbon Special Black Label pro Kanal
  • Für hochwertige Stereo High-End HiFi-Systeme konzipiert
  • 12-Zoll-Aktivtreiber aus Carbonfaser pro Subwoofer
  • Nach unten abstrahlende 12-Zoll-Passivmembran aus Carbonfaser
  • 900 Watt RMS Verstärkerleistung pro Subwoofer
  • Gesamte Verstärkerleistung des Six-Pack von 5.400 Watt RMS
  • Untere Grenzfrequenz von 19 Hz bei –6 dB
  • High-Level-Anbindung direkt am Lautsprecherausgang der Endstufe
  • Daisy-Chain-Verkabelung über REL Bassline Blue Line-Array Connectors
  • Line-Array-taugliches Gehäuse der aktuellen REL Serie S
  • Premium Wood Grille serienmäßig
  • Vorbereitung für REL Airship Direct

Drei Subwoofer pro Kanal – Ein Aufbau, der provoziert

Drei identische Subwoofer werden dabei pro Kanal übereinandergestapelt und unmittelbar den Hauptlautsprechern zugeordnet. Das sieht spektakulär aus, wirkt auf den ersten Blick beinahe maßlos und lässt unweigerlich die Vermutung aufkommen, hier gehe es in erster Linie um schieren Pegel, maximalen Tiefgang und ein Bassfundament, das den Hörraum bis in seine Grundmauern erschüttert. Doch kaum eine Einschätzung könnte weiter von der eigentlichen Intention entfernt sein.

Nicht mehr Bass, sondern mehr von allem

REL verfolgt mit einem solchen Line-Array nicht das Ziel, möglichst viel Bassenergie in den Raum zu pumpen. Es geht vielmehr darum, Tieftonenergie so selbstverständlich, schnell und gleichmäßig in ein hochwertiges HiFi-System zu integrieren, dass die Subwoofer als einzelne Schallquellen vollständig aus der Wahrnehmung verschwinden. Die Wirkung soll sich nicht allein am unteren Ende des Frequenzspektrums zeigen, sondern in praktisch allen Bereichen der Wiedergabe: bei Räumlichkeit, Dynamik, Transparenz, Körperhaftigkeit, Klangfarben und der Fähigkeit einer Anlage, das Volumen und die Atmosphäre einer Aufnahme glaubhaft in den Hörraum zu übertragen.

Das REL Six-Pack im wohnraumorientierten Praxistest

Für diesen Test stand uns im Audio Tuning Townhouse ein vollständig aufgebautes REL Six-Pack zur Verfügung. Insgesamt sechs REL Carbon Special Black Label bildeten zu beiden Seiten der Sonus faber Amati Supreme zwei vertikale Line-Arrays mit jeweils drei übereinander gestapelten Subwoofern. Das Umfeld war dabei ausdrücklich nicht als nüchterner Hörräum konzipiert, sondern als hochwertiger, moderner Wohnraum. Gerade dies machte die Bedingungen besonders interessant, denn schließlich richtet sich ein derartiges System nicht an Tonstudios oder technische Demonstrationsräume, sondern an Musikliebhaber, die kompromisslose High-End-Wiedergabe in ein anspruchsvolles Wohnambiente integrieren wollen.

Etwas sehr Gutes noch entscheidend besser machen

Ein Six-Pack aus sechs Subwoofern vor eine bereits exzellente High-End-Anlage zu stellen, verlangt nach einer grundlegenden Klärung. Fehlt hochwertigen Standlautsprechern wie der Sonus faber Amati Supreme tatsächlich etwas? Benötigt ein Lautsprecher dieser Klasse überhaupt Unterstützung im Tiefton? Die Antwort lautet zunächst ganz klar: Nein.

Die im Test eingesetzten Lautsprecher aus Vicenza verfügen selbst über eine souveräne, tief reichende und äußerst kontrollierte Basswiedergabe. In Verbindung mit der Audio Research S 200 Endstufe und der sorgfältig abgestimmten Elektronik entstand bereits ohne aktive Unterstützung ein Klangbild, dem es vordergründig an nichts fehlte. Substanz, Größe, Dynamik, Auflösung und tonale Geschlossenheit bewegten sich auf einem Niveau, das für sich allein genommen keinerlei unmittelbaren Wunsch nach zusätzlichem Tiefbass aufkommen ließ.

Gerade deshalb war diese Konfiguration für die Beurteilung des REL-Konzepts ideal. Das Line-Array sollte keine offensichtliche Schwäche kompensieren, keinen zu kleinen Lautsprecher künstlich aufblasen und keine grundsätzlich problematische Raumakustik kaschieren. Es musste vielmehr beweisen, ob ein bereits herausragendes System tatsächlich noch einmal substanziell verbessert werden kann.

Genau dies versteht REL Acoustics Ltd. unter dem Six-Pack-Gedanken. Das Konzept soll nicht suggerieren, dass erstklassige Standlautsprecher unvollständig oder fehlerhaft konstruiert seien. Es folgt vielmehr einer typischen High-End-Maxime: Ein sehr gutes Ergebnis wird nicht dadurch relativiert, dass noch mehr möglich ist. Im Gegenteil – erst eine ausgezeichnete Basis macht hörbar, welche zusätzliche Qualität durch eine konsequent integrierte Tieftonlösung erschlossen werden kann.

Von Wales in die Welt – Die besondere Philosophie von REL Acoustics Ltd.

Die Geschichte von REL Acoustics Ltd. begann im Jahr 1990 im walisischen Bridgend. Der Firmenname geht auf die Initialen des Gründers Richard Edmund Lord zurück, der mit den damals verfügbaren Subwoofer-Konzepten unzufrieden war. Viele Lösungen waren primär auf spektakuläre Heimkinoeffekte ausgelegt, arbeiteten vergleichsweise langsam und ließen sich nur schwer wirklich nahtlos in hochwertige Stereo-Systeme integrieren.

Richard Edmund Lord verfolgte einen anderen Ansatz. Ein Subwoofer sollte nicht als isolierte Effektquelle auftreten, sondern als integraler Bestandteil eines HiFi-Systems agieren. Statt einfach nur möglichst tiefe Frequenzen hinzuzufügen, sollte er das musikalische Fundament vervollständigen, die tonale Balance wahren und sich hinsichtlich Timing, Dynamik und Klangcharakter an die Hauptlautsprecher anschmiegen.

Aus dieser Vorstellung entwickelte sich jene Philosophie, die REL bis heute prägt. Besonders wichtig ist dabei die High-Level-Anbindung, über die das Signal direkt an den Lautsprecherausgängen der Endstufe abgegriffen wird. Der Subwoofer erhält dadurch im Grundsatz dasselbe Signal wie die Hauptlautsprecher – einschließlich der klanglichen Prägung und des dynamischen Verhaltens der eingesetzten Endstufe.

Nach dem Rückzug Richard Edmund Lords im Jahr 2005 wurde REL von John Hunter und Donald Brody übernommen. John Hunter prägte in den folgenden Jahren maßgeblich die heutige Produktphilosophie, das klangliche Voicing und den Anspruch, Subwoofer nicht als bloße Tieftonergänzung, sondern als Werkzeug für die gesamte räumliche und dynamische Darstellung eines HiFi-Systems zu verstehen.

Das Six-Pack ist die wohl konsequenteste Ausformung dieses Denkens. REL selbst beschreibt ein Line-Array als vertikalen Aufbau aus drei identischen Subwoofern hinter beziehungsweise nahe jedem Hauptlautsprecher. Ziel ist eine vertikale Säule aus kontrollierter Tieftonenergie, die nicht allein den Bassbereich, sondern die gesamte Klangbühne unterstützt.

Warum sechs Subwoofer?

Bereits ein leistungsfähiger Subwoofer kann einem HiFi-System zu größerem Tiefgang, mehr Fundament und höherer dynamischer Souveränität verhelfen. Zwei identische Subwoofer, jeweils einem Kanal zugeordnet, erweitern dieses Prinzip um eine bessere räumliche Verteilung und eine konsequent stereofone Anbindung. Warum also drei Systeme pro Seite?

Die Antwort liegt nicht allein in der Addition von Membranfläche oder Verstärkerleistung. Natürlich stehen bei sechs REL Carbon Special Black Label insgesamt sechs 12-Zoll-Aktivtreiber, sechs 12-Zoll-Passivmembranen und eine nominelle Gesamtleistung von 5.400 Watt RMS zur Verfügung. Diese Zahlen sind beeindruckend, beschreiben aber nur unzureichend, was ein korrekt eingestelltes Six-Pack tatsächlich bewirkt.

Entscheidend ist, dass die akustische Arbeit auf sechs weitgehend identische Systeme verteilt wird. Jeder einzelne Subwoofer muss nur einen vergleichsweise kleinen Beitrag leisten. Um einen bestimmten Schalldruck zu erzielen, sind wesentlich geringere Membranauslenkungen erforderlich, als wenn dieselbe Aufgabe von einem einzelnen Chassis übernommen werden müsste.

Die Treiber arbeiten dadurch über weite Bereiche in einem besonders linearen und kontrollierten Bereich. Mechanische Belastung, Kompression und Verzerrungen bleiben gering. Gleichzeitig entsteht eine enorme Reserve, die nicht als vordergründige Lautstärke in Erscheinung treten muss, sondern sich als Mühelosigkeit, Geschwindigkeit und Souveränität bemerkbar macht.

Der spektakuläre Aspekt eines REL Six-Pack besteht daher paradoxerweise gerade darin, wie unspektakulär jeder einzelne Subwoofer arbeitet.

Das Line-Array als vertikal erweiterte Schallquelle

Bei einem klassischen Subwoofer-Aufbau befindet sich die Tieftonquelle überwiegend in Bodennähe. Das ist aus praktischen Gründen naheliegend und kann ausgezeichnet funktionieren. REL geht beim Six-Pack jedoch davon aus, dass die räumliche Darstellung eines hochwertigen Lautsprecher-Systems davon profitiert, wenn die Tieftonenergie nicht ausschließlich aus einer einzigen horizontalen Ebene in den Raum eingebracht wird.

Durch die Stapelung von drei Subwoofern entsteht pro Kanal eine vertikal ausgedehnte Schallquelle. Der Raum wird nicht nur entlang der Bodenebene angeregt, sondern über einen deutlich größeren Teil seiner Höhe. REL spricht in diesem Zusammenhang von verbesserter Raumkopplung, größerer Dynamik und einer Klangbühne, die nicht allein in Breite und Tiefe, sondern auch in ihrer vertikalen Ausdehnung gewinnt.

Die drei Positionen lassen sich dabei anschaulich als unterschiedliche Ebenen betrachten, ohne ihnen starre, vollständig getrennte Frequenzbereiche zuzuschreiben.

Der untere Subwoofer profitiert am stärksten von der Nähe zum Boden und den angrenzenden Grenzflächen. Er legt das physische Fundament und koppelt die tiefsten Energieanteile besonders wirkungsvoll an den Raum an.

Der mittlere Subwoofer befindet sich näher an der Ebene der Hauptlautsprecher und des Hörers. Er unterstützt die Verbindung zwischen tiefem Bass, Oberbass und Grundton und kann dazu beitragen, Instrumente und Stimmen körperhafter und räumlich stabiler erscheinen zu lassen.

Der obere Subwoofer erweitert die vertikale Anregung des Raums. Seine Wirkung wird weniger als lokalisierbarer Bass wahrgenommen, sondern eher als zusätzliche Höhe, Luftigkeit und raumfüllende Selbstverständlichkeit.

Alle drei Systeme arbeiten weiterhin überlappend. Ihre jeweilige Wirkung ergibt sich aus der Position, der Raumkopplung und der individuellen Abstimmung von Pegel und Übergangsfrequenz. Das Line-Array beseitigt Raummoden nicht automatisch, kann den Raum durch die verteilten Schallquellen aber gleichmäßiger anregen und die Dominanz einzelner Resonanzen reduzieren.

Keine Demonstration roher Gewalt

Ein Aufbau aus sechs Subwoofern ruft zunächst Bilder hervor, die mit subtiler Musikwiedergabe wenig zu tun haben. Man denkt an enorme Membranhübe, vibrierende Möbel, klirrende Gläser und Tieftonwellen, die eher körperlich als musikalisch wahrgenommen werden. Das REL Six-Pack verfolgt genau das Gegenteil.

Die sechs Subwoofer werden nicht so eingestellt, dass jeder einzelne seine maximale Leistungsfähigkeit demonstriert. Vielmehr arbeitet jede Einheit mit ausgesprochen niedrigem Pegel. Der Beitrag des einzelnen Subwoofers kann derart dezent ausfallen, dass selbst bei genauer Beobachtung der Aktivtreiber kaum sichtbare Membranbewegungen auszumachen sind.

Das ist kein Anzeichen dafür, dass die Systeme nichts zu tun hätten. Es zeigt vielmehr, wie groß die gemeinsame Membranfläche und wie gering die erforderliche Auslenkung jedes einzelnen Chassis ist.

Die Wirkung entsteht aus dem Zusammenwirken aller sechs Einheiten. Sie addieren nicht einfach Lautstärke, sondern schaffen Reserven. Das System muss nie angestrengt wirken und keine einzelne Membran muss große Hübe vollführen, um komplexe, impulsreiche Tieftonpassagen abzubilden. Genau daraus resultiert jene bemerkenswerte Leichtigkeit, mit der ein Six-Pack dem musikalischen Geschehen folgt.

REL Carbon Special Black Label – Die Basis des Six-Pack

Der REL Carbon Special Black Label nimmt innerhalb der aktuellen REL Serie S eine besondere Stellung ein. Er ist das Spitzenmodell im mittelgroßen Gehäuseformat und übernimmt wesentliche konstruktive Ideen aus der Reference Series. REL nennt insbesondere die enge Verwandtschaft des 12-Zoll-Aktivtreibers mit dem Chassis des REL No.31 Reference. Der Subwoofer ist ausdrücklich für den Einzelbetrieb, ein Stereo-Paar und den Aufbau als Line-Array vorgesehen.

Das Gehäuse misst 488 mm in der Breite, 410 mm in der Höhe und 565 mm in der Tiefe. Damit ist der Carbon Special Black Label keineswegs klein, fällt angesichts seiner Leistungsklasse und der eingesetzten 12-Zoll-Chassis aber noch vergleichsweise kompakt aus.

Die aktuelle Gehäuseform der REL Serie S ist breiter und niedriger ausgelegt als bei früheren Generationen. Dies verleiht dem Subwoofer eine kraftvolle, zugleich elegante Präsenz. Gerade innerhalb des Line-Arrays erweist sich die reduzierte Höhe als Vorteil, denn drei übereinandergestapelte Einheiten bilden eine imposante, aber noch ausgewogen proportionierte Säule.

Das hochglänzende Piano-Black-Finish unterstreicht den exklusiven Anspruch. Im Test harmonierten die sechs schwarzen Subwoofer bemerkenswert gut mit den in Sabbia Oro ausgeführten Sonus faber Amati Supreme. Trotz der schieren Zahl an Gehäusen entstand kein technisch nüchterner oder gar provisorischer Eindruck. Vielmehr wirkten die beiden Arrays wie bewusst gesetzte architektonische Elemente des Hörraums.

Premium Wood Grille als bewusstes Designmerkmal

Zum serienmäßigen Lieferumfang des REL Carbon Special Black Label gehört ein Premium Wood Grille. Die aufwendig gestaltete Echtholzabdeckung ist weit mehr als eine dekorative Alternative zu einem klassischen Stoffgitter.

Ihre skulpturale Struktur setzt einen deutlichen visuellen Akzent und lässt den Subwoofer eher wie ein hochwertiges Möbelstück oder ein Objekt zeitgenössischen Produktdesigns erscheinen. Da natürliches Holz verwendet wird, weist jede Abdeckung eine individuelle Maserung und Farbvariation auf.

Gerade bei einem Six-Pack gewinnt dieser Aspekt besondere Bedeutung. Sechs große, technisch anmutende Gehäuse könnten einen Wohnraum leicht dominieren. Die Holzabdeckungen nehmen dem Aufbau einen Teil seiner optischen Strenge und schaffen eine Verbindung zu hochwertigen Möbeln, Holzoberflächen und wohnraumorientierten Lautsprecher-Systemen.

REL weist das Premium Wood Grille beim Carbon Special Black Label als serienmäßige Ausstattung aus. Alternativ ist eine klassische schwarze Stoffabdeckung erhältlich.

12-Zoll-Aktivtreiber aus Carbonfaser

Das Herzstück des REL Carbon Special Black Label ist ein nach vorne abstrahlender 12-Zoll-Aktivtreiber mit einer vollständig aus Carbonfaser gefertigten Membran.

Carbonfaser bietet für diesen Einsatzzweck eine besonders interessante Kombination aus hoher Steifigkeit und geringem Gewicht. Eine steife Membran soll sich möglichst kolbenförmig bewegen und auch unter hoher Belastung nicht unkontrolliert verformen. Das niedrige Gewicht unterstützt zugleich ein schnelles Ansprechverhalten.

Für REL ist Geschwindigkeit ein wesentliches Kriterium. Ein Subwoofer soll Impulsen nicht hinterherlaufen und keine weichgezeichnete Tieftonwolke erzeugen, sondern unmittelbar auf das Signal reagieren. Dies ist insbesondere dann entscheidend, wenn er mit schnellen, hochauflösenden High-End-Lautsprechern kombiniert wird.

Der im REL Carbon Special Black Label eingesetzte Treiber ist eng mit der Konstruktion des REL No.31 Reference verwandt. Der Hersteller spricht von einem besonders agilen, leichten und steifen Chassis, das hohe Pegelreserven mit präziser Artikulation und tonaler Differenzierung verbinden soll.

12-Zoll-Passivmembran als kontrollierte Unterstützung

Ergänzt wird der Aktivtreiber durch eine nach unten abstrahlende 12-Zoll-Passivmembran, die ebenfalls aus Carbonfaser gefertigt wird.

Eine Passivmembran übernimmt funktional einen Teil jener Aufgabe, die bei einem Bassreflexsystem ein Port erfüllt. Sie nutzt die rückwärtige Energie des Aktivtreibers, ohne dass Luft mit hoher Geschwindigkeit durch eine relativ kleine Öffnung strömen muss. Strömungsgeräusche eines Bassreflexports werden dadurch vermieden.

Für den Carbon Special Black Label entwickelte REL eine Passivmembran, die hinsichtlich Geschwindigkeit und Kontrolle mit dem besonders leichten Aktivtreiber Schritt halten soll. Sie erweitert den nutzbaren Tiefgang und unterstützt den Subwoofer dabei, auch unterhalb des unmittelbaren Arbeitsbereichs des Aktivchassis souverän Energie bereitzustellen.

Die untere Grenzfrequenz gibt REL mit 19 Hz bei –6 dB an. Entscheidend ist jedoch weniger die isolierte Zahl als die Art, wie dieser Tiefgang erreicht wird. Im Six-Pack geht es nicht darum, permanent extreme Subsonic-Effekte zu produzieren. Die Fähigkeit, bis in diesen Bereich kontrolliert hinabzureichen, schafft vielmehr ein Fundament, das auch dann wirksam ist, wenn die tiefsten Frequenzen nicht bewusst als Ton wahrgenommen werden.

900 Watt RMS pro Subwoofer

Für den Antrieb setzt REL auf eine Verstärkereinheit mit 900 Watt RMS pro Subwoofer. Der Hersteller bezeichnet die Schaltung als Linear Class D beziehungsweise als Hybridkonzept, das eine stromstarke analoge Versorgung mit einer effizienten Class-D-Ausgangsstufe verbindet.

REL nennt einen rund 15 Pfund schweren Netztransformator und eine Spitzenleistung von bis zu 1.250 Watt. Diese Konstruktion soll hohe Stromreserven, Kontrolle und die für den Hersteller typische schnelle Reaktion miteinander verbinden.

Innerhalb des Six-Pack ergibt sich damit eine nominelle Gesamtleistung von 5.400 Watt RMS. Auch diese Zahl sollte nicht als Aufforderung zu maximalem Pegel verstanden werden. Sie beschreibt vielmehr das enorme Maß an Reserve, das dem System zur Verfügung steht.

Bei normaler Musikwiedergabe wird nur ein Bruchteil dieser Leistung benötigt. Gerade deshalb kann das Line-Array selbst dynamische Spitzen mit einer Gelassenheit reproduzieren, die sich weniger als Lautstärke denn als völlige Abwesenheit von Anstrengung bemerkbar macht.

Analoge Filter und individuelle Abstimmung

Jeder REL Carbon Special Black Label verfügt über eine eigene Verstärkereinheit und eine individuelle Regelung für Pegel und Übergangsfrequenz. Das ist für das Six-Pack entscheidend.

Die sechs Subwoofer werden nicht wie passive Chassis von einer zentralen Endstufe angetrieben. Jede Einheit kann an ihre Position innerhalb des Arrays und an die konkrete Raumwirkung angepasst werden. Dadurch lässt sich der Beitrag des unteren, mittleren und oberen Systems fein dosieren.

REL verfolgt dabei eine weitgehend analoge Signalführung und legt großen Wert auf geringe Verzögerungen. Die Integration soll nicht durch komplexe digitale Bearbeitung erzwungen werden, sondern durch sorgfältige Positionierung, Phasenwahl sowie die manuelle Einstellung von Übergangsfrequenz und Pegel.

Diese Philosophie verlangt Zeit und Erfahrung, bietet dafür aber eine unmittelbare und sehr feine Kontrolle über die tatsächliche Wirkung im Raum.

Das High-Level-Prinzip

Ein wesentliches Element der REL-Philosophie ist die High-Level-Anbindung. Das Signal für die Subwoofer wird direkt an den Lautsprecherausgängen der Endstufe abgegriffen.

Dabei übernimmt der hochohmige Eingang des REL das Spannungssignal, ohne dem Verstärker nennenswert Leistung zu entziehen. Der Hauptverstärker wird dadurch praktisch nicht belastet. Gleichzeitig erhält der Subwoofer im Grundsatz dasselbe Signal wie die Hauptlautsprecher.

Das umfasst nicht nur den reinen Frequenzinhalt. Auch die klangliche Prägung, das dynamische Verhalten und die zeitliche Charakteristik der Endstufe bleiben Bestandteil des Signals. REL beschreibt dies sinngemäß damit, dass Subwoofer und Lautsprecher dieselbe klangliche Sprache sprechen sollen.

Gerade bei einem hochwertigen Stereo-System ist dieser Ansatz nachvollziehbar. Würde der Subwoofer über einen separaten Vorverstärker- oder Subwoofer-Ausgang angesteuert, erhielte er nicht zwingend exakt dasselbe Signal wie die Lautsprecher. Die High-Level-Verbindung bindet ihn hingegen unmittelbar an die tatsächliche Endstufen-Lautsprecher-Kombination an.

Foto © REL Acoustics Ltd. | REL Bassline Blue Line Array Connectors
Foto © REL Acoustics Ltd. | REL Bassline Blue Line Array Connectors

REL Bassline Blue Line-Array Connectors

Bei sechs Subwoofern könnte die Verkabelung schnell unübersichtlich werden. REL bietet deshalb mit den Bassline Blue Line-Array Connectors eine speziell auf vertikale Arrays abgestimmte Lösung an.

Vom Verstärker führt pro Kanal ein High-Level-Kabel zum untersten Subwoofer. Von dort wird das Signal über kurze Verbindungsleitungen an den mittleren und anschließend an den oberen Subwoofer weitergereicht. Dieses Daisy-Chain-Prinzip reduziert die Zahl langer Kabelwege und sorgt für einen aufgeräumten Aufbau.

REL fertigt die Line-Array Connectors mit hochwertigen Leitermaterialien und reinem Silberlot. Für ein vollständiges Stereo-Line-Array wird pro vertikaler Ebene jeweils ein Paar benötigt.

Wichtig ist dabei: Die Daisy-Chain-Verbindung verteilt lediglich das hochohmige Eingangssignal. Die Leistung für jeden Subwoofer stammt weiterhin aus dessen eigener Netzversorgung und eigener Verstärkereinheit.

Vorbereitung für REL Airship Direct

Der Vollständigkeit wegen sei an dieser Stelle erwähnt, dass der REL Carbon Special Black Label für REL Airship Direct vorbereitet ist. Damit kann das Audiosignal bei Bedarf kabellos übertragen werden.

Gerade bei einem einzelnen Subwoofer oder einem Stereo-Paar kann dies die Integration in den Wohnraum erleichtern. Bei einem aufwendig aufgebauten Six-Pack ist eine vollständig kabelgebundene High-Level-Verbindung jedoch weiterhin die naheliegende Lösung, wenn maximale Kontrolle, Übersicht und reproduzierbare Bedingungen im Vordergrund stehen.

Der Testort – Audio Tuning Townhouse

Der Test wurde im Audio Tuning Townhouse durchgeführt. Als Hörraum diente ein Studio, das bewusst als hochwertiger Wohnraum gestaltet wurde.

Das ist für die Beurteilung eines derart exklusiven Systems von erheblicher Bedeutung. Ein REL Six-Pack ist zwar technisch hochkomplex, soll aber letztlich nicht in einem Labor bestehen. Es muss sich in einem realistischen Wohnumfeld bewähren, in dem Architektur, Einrichtung, Materialien und alltägliche Nutzung ebenso eine Rolle spielen wie die reine Akustik.

Der Raum bot ausreichend Platz, um die beiden vertikalen Arrays seitlich beziehungsweise leicht hinter den Hauptlautsprechern zu positionieren. Gleichzeitig blieb die Anlage als vollständiges System erfassbar. Die sechs REL wirkten nicht wie nachträglich hinzugefügte Effektgeräte, sondern wie eine konsequente Erweiterung der beiden Sonus faber Amati Supreme.

Das Testsystem

Als Hauptlautsprecher kamen Sonus faber Amati Supreme in der Ausführung Sabbia Oro zum Einsatz. Bereits optisch bildeten sie mit den schwarzen REL Carbon Special Black Label und deren markanten Holzabdeckungen ein ebenso exklusives wie eindrucksvolles Ensemble.

Die Verstärkung übernahm eine Audio Research S 200 Endstufe. Als Vorstufe beziehungsweise für D/A-Wandlung und Phono-Aufbereitung stand ein Audio Research LS3 DAC & Phono Preamplifier zur Verfügung.

Für die analoge Wiedergabe wurde ein EAT Fortissimo S mit Graham Elite 12-Zoll-Tonarm und SME-Tonabnehmer eingesetzt. Die Phono-Vorverstärkung übernahm wahlweise der Musical Fidelity M6X Vinyl.

Digitale Quellen waren ein HiFi Rose RS150B Streamer, ein Musical Fidelity M6S CD-Player sowie ein Musical Fidelity M6x DAC.

Die Stromaufbereitung erfolgte über einen AudioQuest Niagara 5000 Power Conditioner für die zentrale Elektronik. Für die sechs aktiven Subwoofer standen zwei AudioQuest PowerQuest 3 zur Verfügung, sodass die beiden Dreiergruppen jeweils über eine eigene hochwertige Stromverteilung versorgt wurden.

Aufstellung – Das Six-Pack als Teil des Lautsprecher-Systems

Die beiden vertikalen Dreiergruppen wurden den Hauptlautsprechern eindeutig zugeordnet. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu klassischen Subwoofer-Konzepten, bei denen eine einzelne Tieftonquelle an jener Stelle platziert wird, an der sich eine möglichst gleichmäßige Raumanregung ergibt.

Ein REL Six-Pack versteht sich als Erweiterung des linken und rechten Lautsprechers. Die Arrays stehen daher hinter beziehungsweise seitlich nahe den Hauptlautsprechern und folgen ihrer geometrischen Anordnung.

Die exakte Position hängt vom Raum, den Hauptlautsprechern und deren Abstand zu den Wänden ab. Pauschale Vorgaben sind wenig hilfreich. Entscheidend ist, dass Hauptlautsprecher und Array als akustische Einheit arbeiten und dass keine der beiden Dreiergruppen als separate Schallquelle wahrgenommen wird.

Bei einem Aufbau dieser Dimension spielt natürlich auch die mechanische Sicherheit eine wichtige Rolle. Nicht jeder Subwoofer ist für eine dreifache Stapelung vorgesehen. REL weist ausdrücklich darauf hin, dass nur dafür konstruierte Modelle als Line-Array aufgebaut werden dürfen. Der REL Carbon Special Black Label gehört ebenso wie der S/850 und der S/550 zu den dafür ausgelegten Modellen der aktuellen Serie S.

Die Einrichtung – Geduld ist Teil des Konzepts

Ein Six-Pack ist keine Plug-and-play-Lösung. Sechs aktive Subwoofer lassen sich zwar grundsätzlich schnell anschließen, ihre vollständige Integration verlangt jedoch Zeit, Erfahrung und sorgfältiges Hören.

Die Abstimmung erfolgt sinnvollerweise schrittweise von unten nach oben. Zunächst werden nur die beiden unteren Subwoofer aktiviert. Mit ihnen wird das grundlegende Fundament gelegt. Phase, Übergangsfrequenz und Pegel müssen so eingestellt werden, dass sich der Bass nahtlos an die Hauptlautsprecher anschließt.

Anschließend kommen die mittleren Systeme hinzu. Ihr Beitrag wird so dosiert, dass Körper, Grundton und räumliche Stabilität zunehmen, ohne dass Stimmen oder Instrumente schwerer oder aufgebläht erscheinen.

Zuletzt werden die oberen Subwoofer aktiviert. Ihr Pegel fällt in der Regel besonders niedrig aus. Ihre Wirkung zeigt sich weniger als zusätzlicher Bass, sondern als Öffnung der Bühne in der Höhe und als größere räumliche Selbstverständlichkeit.

Die Einstellung darf niemals danach erfolgen, möglichst viel Effekt zu erzeugen. Ein REL ist dann korrekt integriert, wenn er als einzelnes Gerät nicht wahrgenommen wird. Das System soll nicht hörbar „Subwoofer spielen“. Es soll die Hauptlautsprecher so unterstützen, dass deren Wiedergabe vollständiger, freier und souveräner erscheint.

Phase, Übergangsfrequenz und Pegel

Die Phase wird zunächst so gewählt, dass am Hörplatz die stärkste und zugleich präziseste Addition zwischen Hauptlautsprecher und Subwoofer entsteht.

Anschließend wird die Übergangsfrequenz von einem niedrigen Ausgangswert aus vorsichtig angehoben. Ziel ist nicht, den Arbeitsbereich der Hauptlautsprecher zu ersetzen. Die Sonus faber Amati Supreme liefen im Test weiterhin uneingeschränkt über ihren vollständigen Frequenzbereich. Das REL-Line-Array wurde ergänzend eingekoppelt.

Der Pegel wird so weit angehoben, bis das System an Substanz und räumlicher Stabilität gewinnt. Danach erfolgt meist eine leichte Rücknahme. Diese Vorgehensweise ist typisch für REL: Der optimale Punkt liegt häufig knapp unter jener Einstellung, bei der der Subwoofer erstmals als eigenständiger Beitrag auffällt.

Beim Six-Pack ist die Versuchung groß, die Wirkung zu demonstrativ einzustellen. Gerade dies wäre jedoch kontraproduktiv. Die sechs Subwoofer verfügen über derart große Reserven, dass bereits minimale Pegelwerte ausreichen, um eine substanzielle Wirkung zu erzielen.

Der erste Höreindruck – Nur wenige Sekunden genügen

Die HiFi-Kette im Audio Tuning Townhouse spielte bereits für sich genommen auf einem außerordentlich hohen Niveau. Die Sonus faber Amati Supreme zeichneten ein großes, farbenreiches und fein gestaffeltes Klangbild. Die Audio Research Elektronik verlieh der Wiedergabe Kraft, Kontrolle und eine zugleich natürliche Geschmeidigkeit. Es fehlte nichts.

Und dennoch wurde schon nach wenigen Sekunden mit aktiviertem REL Six-Pack deutlich, dass noch wesentlich mehr möglich war.

Die Verbesserung war keineswegs subtil. Man musste sich nicht über mehrere Musikstücke hinweg einhören, keine winzigen Veränderungen im Frequenzgang suchen und keine vermeintlich marginalen Unterschiede interpretieren. Die Wirkung war unmittelbar und eindeutig.

Die Bühne öffnete sich. Je nach Aufnahme fiel dieser Effekt unterschiedlich stark aus, doch er war praktisch immer nachvollziehbar. Manche Produktionen gewannen ein wenig an Breite und Tiefe, andere schienen sich geradezu von den Lautsprechern zu lösen und den gesamten Bereich hinter den Schallwandlern neu auszuleuchten.

Dabei handelte es sich nicht um eine künstliche Vergrößerung. Einzelne Musiker wurden nicht überdimensioniert, Stimmen nicht unnatürlich aufgebläht und der Raum nicht mit diffuser Halligkeit gefüllt. Vielmehr standen den einzelnen Klangereignissen plötzlich mehr Platz und mehr Luft zur Verfügung.

Sting – „Fields of Gold“

„Fields of Gold“ in der vorliegenden Aufnahme vom Album „The Night Watch“ erwies sich als hervorragendes Beispiel für die Fähigkeit des Six-Pack, Raum und Atmosphäre zu rekonstruieren.

Stings Stimme erschien mit aktiviertem Line-Array nicht einfach größer, sondern körperhafter und zugleich freier. Der Brustton gewann an natürlicher Substanz, ohne schwer oder dunkel zu wirken. Atemgeräusche, Artikulation und feine dynamische Abstufungen blieben vollständig erhalten.

Besonders auffällig war der Raum um die Stimme. Sie stand nicht als isoliertes Ereignis zwischen den Lautsprechern, sondern war nachvollziehbar in die akustische Umgebung eingebettet. Instrumente erhielten klar definierte Abstände, und die gesamte Darbietung wirkte gelöster.

Pink Floyd – „One of These Days“

„One of These Days“ vom Album „8-Tracks“ stellte andere Anforderungen. Die markante Bassstruktur und die schrittweise zunehmende Verdichtung der Aufnahme könnten ein System leicht dazu verleiten, den Effekt durch zusätzlichen Pegel zu überzeichnen. Das REL Six-Pack reagierte anders.

Die Basslinie gewann an Tiefe, Kontur und physischer Präsenz, blieb aber ausgesprochen präzise. Jeder Impuls war klar umrissen, und die Energie baute sich kontrolliert im Raum auf. Nichts wirkte weich, langsam oder nachschwingend.

Noch wichtiger war jedoch die Größe des gesamten Klangraums. Die Aufnahme entwickelte eine enorme Weite und atmosphärische Dichte. Effekte schienen sich weit über die Positionen der Lautsprecher hinaus auszubreiten. Das Geschehen erhielt eine beinahe körperlich erfahrbare Dimension, ohne dass der Bass die übrigen Frequenzbereiche überlagerte.

Hier zeigte sich besonders eindrucksvoll, dass Reserve nicht mit Lautstärke gleichzusetzen ist. Das Six-Pack konnte große Tieftonenergie mit einer Gelassenheit reproduzieren, die keinerlei Anstrengung erkennen ließ.

Paul Simon – „Diamonds on the Soles of Her Shoes“

Paul Simons „Diamonds on the Soles of Her Shoes“ vom Album „Graceland“ lebt von rhythmischer Präzision, komplex gestaffelten Stimmen und einer Vielzahl fein ineinandergreifender Instrumente.

Das REL-Line-Array verlieh dem rhythmischen Fundament mehr Elastizität und Körper. Bass und Percussion wirkten nicht einfach kräftiger, sondern besser definiert. Die rhythmischen Strukturen wurden leichter nachvollziehbar, weil jeder Impuls einen klaren Anfang, eine natürliche Entwicklung und ein präzises Ende erhielt.

Die Stimmen profitierten besonders von der größeren räumlichen Auffächerung. Die einzelnen Gesangslinien ließen sich klarer unterscheiden, ohne dass der musikalische Zusammenhang zerfiel. Das Arrangement wirkte komplex, aber niemals gedrängt.

Gerade hier wurde deutlich, wie stark die zusätzliche Tieftoninformation die Wahrnehmung des Mitteltons beeinflusst. Stimmen erschienen farbiger, plastischer und selbstverständlicher, obwohl das Line-Array vordergründig weit unterhalb ihres primären Frequenzbereichs arbeitete.

Toto – „Africa“

„Africa“ von Toto ist eine dicht produzierte Aufnahme, deren Vielzahl an Ebenen und Effekten hohe Anforderungen an Struktur und Durchhörbarkeit stellt.

Mit dem Six-Pack gewann die Produktion deutlich an Größe. Die ikonischen Percussion-Strukturen wirkten präziser gestaffelt, der Bass erhielt mehr Gewicht und die Synthesizer-Flächen konnten sich weiter in den Raum ausdehnen.

Die Stimme stand klar im Zentrum, ohne von der üppigen Instrumentierung bedrängt zu werden. Einzelne Ebenen des Arrangements ließen sich leichter verfolgen. Gleichzeitig blieb die Aufnahme geschlossen und musikalisch fließend.

Der Bass war tief und kraftvoll, aber niemals vordergründig. Gerade eine Produktion wie „Africa“ könnte mit sechs Subwoofern schnell überladen wirken. Das Gegenteil war der Fall. Das REL-System schuf Ordnung, anstatt zusätzliche Masse anzuhäufen.

Meena Cryle & Chris Fillmore – „This Is My Will“

Bei „This Is My Will“ vom Album „In Concert“ standen Natürlichkeit, Live-Atmosphäre und die emotionale Direktheit der Stimme im Mittelpunkt.

Meena Cryles Gesang gewann mit dem Line-Array an Körper und Ausdruckskraft. Die Stimme wirkte größer, nicht jedoch künstlich skaliert. Feine Rauheiten, dynamische Steigerungen und die charakteristische Energie der Darbietung wurden mit beeindruckender Direktheit übertragen.

Der Konzertraum öffnete sich deutlich. Man erhielt ein stärkeres Gefühl für die Dimension des Veranstaltungsorts und für die Distanz zwischen Bühne und Publikum. Tieffrequente Raumanteile, die in vielen Systemen nur angedeutet werden, trugen wesentlich zur Glaubwürdigkeit der Live-Aufnahme bei.

Selbst Chris Fillmores Gitarre erhielt mehr Fundament, konnte sich bei den Riffs und Solis aus dem Fundament der Band abheben, wobei Anschläge und Ausklänge klar nachvollziehbar blieben. Die zusätzliche Substanz ging nie auf Kosten der Geschwindigkeit.

Falco – „Vienna Calling“

„Vienna Calling“ vom Album „Falco 3“ verbindet markanten elektronischen Rhythmus mit dichter Produktion und einer Stimme, die präzise im Zentrum verankert sein muss.

Das Six-Pack verlieh dem Stück eine bemerkenswerte Autorität. Die elektronischen Bassimpulse erhielten Druck und Tiefe, ohne die Aufnahme in Richtung vordergründiger Club-Beschallung zu verschieben.

Falcos Stimme stand plastisch und souverän im Raum. Sprachrhythmus, Artikulation und die typische Mischung aus Distanz und Präsenz wurden ausgezeichnet herausgearbeitet.

Die Produktion gewann vor allem an räumlicher Ordnung. Elektronische Effekte und rhythmische Elemente besetzten klarere Positionen. Das Stück wirkte größer, strukturierter und kontrollierter – und gerade deshalb mitreißender.

a-ha – „Take On Me“ aus MTV Unplugged

Die Unplugged-Version von „Take On Me“ zeigt, wie stark ein scheinbar vertrauter Popsong durch akustische Instrumentierung und eine intime Live-Atmosphäre verändert werden kann.

Mit dem REL Six-Pack entstand ein weit geöffneter, glaubwürdig dimensionierter Veranstaltungsraum. Morten Harkets Stimme wurde mit beeindruckender Körperhaftigkeit und emotionaler Präsenz wiedergegeben. Die tiefen Anteile verliehen ihr Substanz, ohne ihre Leichtigkeit oder die charakteristische Höhe zu beeinträchtigen.

Akustische Instrumente erhielten mehr Volumen und natürlichere Resonanzkörper. Besonders die unteren Register der Streicher und Gitarren wirkten vollständiger. Gleichzeitig blieb jedes Detail klar und unangestrengt hörbar.

Das Publikum und die Raumreaktionen wurden nicht als separate Effekte präsentiert, sondern als organischer Bestandteil der Aufnahme. Genau diese selbstverständliche Verbindung von direktem Klang und Raumanteil zählt zu den größten Stärken des Systems.

Luciano Pavarotti – „Che gelida manina“

Mit „Che gelida manina“ aus dem ersten Akt von „La Bohème“ stand schließlich eine Aufnahme auf dem Programm, die Stimme, Orchester und die Dimension eines großen Aufführungsraums miteinander verbinden muss.

Pavarottis Stimme erhielt mit dem Line-Array eine geradezu überwältigende Präsenz. Dabei ging es nicht um bloße Größe. Entscheidend waren die Stabilität, der Körper und die Fähigkeit des Systems, selbst höchste dynamische Steigerungen ohne Verhärtung oder Verengung abzubilden.

Das Orchester breitete sich tief und weit hinter der Stimme aus. Instrumentengruppen waren klar gegliedert, blieben jedoch Teil eines geschlossenen Ganzen. Die Tieftonsektion verlieh dem Orchester natürliche Masse und Autorität, ohne einzelne Gruppen ungebührlich hervorzuheben.

Besonders eindrucksvoll war die vertikale Dimension. Die Stimme schien sich frei in den Raum zu erheben, während das Orchester darunter und dahinter einen stabilen akustischen Boden bildete. Der Hörraum trat in den Hintergrund, und die Dimension der Aufnahme wurde auf außergewöhnlich glaubwürdige Weise erfahrbar.

Mehr Raum schafft mehr Klarheit

Die größere Räumlichkeit führte unmittelbar zu einer besseren Strukturierung der Wiedergabe. Wenn Stimmen und Instrumente nicht so eng nebeneinander erscheinen, lassen sich ihre jeweiligen Konturen leichter erfassen. Feinheiten treten deutlicher hervor, ohne dass das System heller oder analytischer abgestimmt wäre. Das Line-Array fügte keine künstliche Präsenz hinzu. Es reduzierte vielmehr den Eindruck akustischer Verdichtung.

Gerade komplexe Arrangements profitierten davon. Instrumente, die zuvor bereits sauber voneinander getrennt waren, erhielten nun noch klarer definierte Positionen. Die Bühne wirkte besser aufgefächert, die Tiefenstaffelung nachvollziehbarer und der Raum zwischen den Musikern glaubwürdiger.

Dieser Effekt erklärt, weshalb ein korrekt integrierter Subwoofer weit über den eigentlichen Bassbereich hinaus wahrgenommen wird. Die zusätzliche Tieftoninformation verändert die Relationen innerhalb des gesamten Klangbilds. Raumanteile, Grundtöne und tieffrequente Ausklänge werden vollständiger reproduziert. Dadurch erscheinen auch mittlere und hohe Frequenzen klarer eingeordnet.

Die Subwoofer scheinen gar nicht mitzuspielen

Das Erstaunlichste am gesamten Aufbau war die völlige akustische Unsichtbarkeit der sechs Subwoofer. Wer vor den beiden Arrays stand und die Chassis genau betrachtete, konnte kaum Membranauslenkung erkennen. Mitunter entstand tatsächlich der Eindruck, hier geschehe überhaupt nichts. Das Gegenteil war der Fall.

Jeder einzelne REL lieferte lediglich einen ausgesprochen kleinen Anteil. Kein Chassis musste große Hübe ausführen. Kein Verstärker wurde ernsthaft gefordert. Die enorme Gesamtfläche und die Leistung von sechs aktiven Systemen erlaubten es, die notwendige Tieftonenergie mit minimaler mechanischer Bewegung bereitzustellen.

Das Ergebnis war keine Demonstration brachialer Gewalt, sondern dezente Zurückhaltung. Genau darin lag die eigentliche Größe dieses Systems.

Das REL Six-Pack tat niemals zu viel. Es lieferte genau jenes zusätzliche Maß an Fundament, Raum und Autorität, das im entscheidenden Moment den Unterschied zwischen hervorragender und absolut außergewöhnlicher Wiedergabe ausmachte.

Dynamik ohne Anstrengung

Ein Line-Array aus sechs Subwoofern verfügt naturgemäß über enorme dynamische Reserven. Im Test zeigte sich diese Fähigkeit jedoch nicht als spektakuläre Lautstärke, sondern als vollständige Mühelosigkeit.

Leise Passagen behielten ihre feinen Abstufungen. Kleine rhythmische Akzente wurden präzise nachvollziehbar. Wenn die Musik plötzlich an Energie gewann, folgte das System unmittelbar und ohne erkennbare Kompression.

Besonders bei großen orchestralen oder elektronischen Impulsen entstand nie der Eindruck, dass die Anlage Energie erst aufbauen müsse. Die Wiedergabe war einfach da – schnell, kontrolliert und vollständig.

Diese Eigenschaft beeinflusste auch das Hören bei moderaten Pegeln. Weil das System bereits bei kleinen Lautstärken das tieffrequente Fundament und die Raumanteile vollständig reproduzierte, blieb die Musik selbst dann körperhaft und räumlich überzeugend, wenn keine hohen Pegel gefragt waren.

Tonale Souveränität statt Bassbetonung

Ein schlecht integrierter Subwoofer verändert die tonale Balance. Bassinstrumente erscheinen zu groß, Stimmen werden schwer, und die gesamte Wiedergabe erhält eine dunkle Färbung. Nichts davon war beim REL Six-Pack festzustellen.

Der Bassbereich wirkte nicht angehoben. Er war schlicht vollständiger. Tiefe Töne besaßen mehr Substanz und reichten weiter hinab, ohne den Oberbass aufzublähen. Die tonale Balance der Sonus faber Amati Supreme blieb unangetastet.

Das ist ein entscheidender Punkt. Die REL sollten den Charakter der Hauptlautsprecher nicht überschreiben. Die Amati Supreme behielten ihre Klangfarben, ihre feine Textur und ihre elegante Geschlossenheit. Das Six-Pack ergänzte genau dort, wo zusätzliche Energie, Raumkopplung und Reserve erforderlich waren.

Mehr Detailreichtum ohne analytische Schärfe

Die verbesserte Wahrnehmung feiner Details gehörte zu den zunächst überraschenden Effekten. Das System klang mit den REL nicht heller, schärfer oder vordergründiger. Dennoch ließen sich kleine Informationen leichter erfassen. Raumreflexionen, Ausklänge, leise Begleitinstrumente und Nuancen innerhalb komplexer Arrangements traten deutlicher hervor.

Der Grund lag vor allem in der besseren räumlichen Ordnung. Wenn einzelne Ereignisse klarere Positionen erhalten und nicht eng aufeinanderliegen, muss das Gehör weniger Arbeit leisten, um sie voneinander zu unterscheiden.

Detailreichtum entstand hier nicht durch eine Betonung hoher Frequenzen, sondern durch eine vollständigere und besser strukturierte Darstellung des gesamten Spektrums.

Der entscheidende Moment – Das Abschalten

Wie groß der Beitrag des Line-Arrays tatsächlich war, zeigte sich am deutlichsten beim vollständigen Abschalten aller sechs Subwoofer. Plötzlich schien das Klangbild geradezu in sich zusammenzufallen.

Diese Formulierung mag drastisch wirken, beschreibt den Eindruck aber treffend. Die Bühne verlor an Breite, vor allem jedoch an Tiefe und Höhe. Die Wiedergabe rückte stärker zwischen die Lautsprecher zurück. Stimmen und Instrumente wirkten kompakter zusammengerückt, die räumliche Luft zwischen den einzelnen Ereignissen nahm ab und die Selbstverständlichkeit der gesamten Darbietung ging spürbar zurück.

Bemerkenswert war, dass die Sonus faber Amati Supreme ohne REL weiterhin ausgezeichnet spielten. Der Bass blieb tief, kontrolliert und kraftvoll. Die tonale Balance war stimmig, die Dynamik überzeugend und die räumliche Abbildung auf höchstem Niveau. Doch nach der Erfahrung des vollständigen Six-Pack ließ sich nicht mehr überhören, was fehlte.

Das Line-Array hatte die Fähigkeiten der Lautsprecher nicht ersetzt, sondern ihr Potenzial erweitert. Es ließ die Amati Supreme größer, freier und souveräner erscheinen, ohne ihren eigenen Charakter zu verändern.

Ein wohnraumtaugliches Monument?

Ein Six-Pack aus sechs REL Carbon Special Black Label ist ohne Frage ein monumentaler Aufbau. Zwei vertikale Säulen aus je drei ausgewachsenen Subwoofern lassen sich nicht verstecken. Dennoch zeigte der Test im Audio Tuning Townhouse, dass ein solches System in einem entsprechend großzügigen und hochwertig gestalteten Wohnraum keineswegs deplatziert wirken muss.

Die klare Geometrie, das hochglänzende Finish und die Premium Wood Grilles verleihen den Arrays einen bewusst architektonischen Charakter. Sie werden Teil der Inszenierung des Raums und verstecken ihren Anspruch nicht. Natürlich setzt dies ausreichend Platz voraus. Ein Six-Pack ist keine Lösung für kleine Räume, unauffällige Installationen oder Anwender, die Technik vollständig aus dem Blickfeld verbannen wollen.

Wer sich jedoch bewusst für ein kompromissloses High-End-System entscheidet, erhält nicht sechs beliebig im Raum verteilte Bassboxen, sondern zwei klar definierte vertikale Elemente, die visuell und akustisch den Hauptlautsprechern zugeordnet sind.

Aufwand und Konsequenz

Die außerordentliche Performance hat ihren Preis – nicht nur finanziell. Sechs Subwoofer müssen geliefert, ausgepackt, positioniert und sicher gestapelt werden. Sie benötigen sechs Netzanschlüsse, eine hochwertige Stromverteilung sowie eine sorgfältige High-Level-Verkabelung. Die Einrichtung verlangt Zeit, Erfahrung und die Bereitschaft, kleinste Änderungen nach Gehör zu beurteilen. Auch der Platzbedarf ist erheblich.

All dies muss klar festgehalten werden. Das REL Six-Pack ist keine pragmatische Standardlösung. Es richtet sich an Musikliebhaber, die bereits über ein außergewöhnlich hochwertiges HiFi-System verfügen und bereit sind, für die letzten entscheidenden Schritte einen entsprechenden Aufwand zu betreiben.

Doch genau darin liegt auch die Konsequenz des Konzepts. REL versucht nicht, Referenz-Performance in ein beliebig kleines, unsichtbares oder universell einsetzbares Paket zu zwingen. Das Unternehmen definiert eine kompromisslose Lösung und akzeptiert, dass sie entsprechende Voraussetzungen verlangt.


Alle Vorteile im Überblick

  • Fundamentale Erweiterung der Klangbühne: Das Six-Pack vergrößert je nach Aufnahme Breite, Tiefe und Höhe der Abbildung teils erheblich.
  • Mehr räumliche Ordnung: Stimmen und Instrumente erhalten klarer definierte Positionen und mehr Platz zur natürlichen Entfaltung.
  • Außergewöhnliche Souveränität: Sechs aktive Systeme teilen sich die Arbeit und reproduzieren selbst große dynamische Impulse ohne erkennbare Anstrengung.
  • Minimale Membranauslenkung: Jeder einzelne Treiber arbeitet nur mit einem kleinen Anteil und bleibt weitgehend im linearen Bereich.
  • Keine vordergründige Bassbetonung: Das System erzeugt kein künstliches Bassgewitter, sondern ergänzt Fundament und Tiefgang ausgesprochen kontrolliert.
  • Verbesserte Klarheit: Die vollständigere Raum- und Tieftoninformation lässt auch Stimmen, Instrumente und feine Details klarer hervortreten.
  • Nahtlose Integration: Bei korrekter Abstimmung sind die sechs Subwoofer als einzelne Schallquellen nicht lokalisierbar.
  • Bewahrung des Lautsprechercharakters: Die Sonus faber Amati Supreme behalten ihre tonale Identität und gewinnen zugleich an Größe und Freiheit.
  • Enorme dynamische Reserve: Insgesamt 5.400 Watt RMS und zwölf 12-Zoll-Membranen sorgen für außergewöhnliche Headroom-Reserven.
  • Konsequente Stereo-Zuordnung: Je ein Line-Array unterstützt den linken und rechten Hauptlautsprecher.
  • Wohnraumorientiertes Design: Piano Black und Premium Wood Grilles ermöglichen trotz der Dimensionen eine hochwertige Integration.
  • Einzigartiges Gesamtkonzept: Kaum ein anderer Hersteller verfolgt vertikale Subwoofer-Line-Arrays für High-End-Stereo-Systeme in dieser Konsequenz.

FAQ – REL Carbon Special Black Label Line-Array

  • Was versteht REL unter einem Six-Pack?

    Ein REL Six-Pack besteht aus sechs identischen Subwoofern. Je drei Systeme werden vertikal übereinandergestapelt und dem linken beziehungsweise rechten Hauptlautsprecher zugeordnet.

  • Geht es bei sechs Subwoofern vor allem um mehr Bass?

    Nein. Ein korrekt eingestelltes Six-Pack soll nicht vordergründig lauter oder bassbetonter spielen. Sein primäres Ziel ist eine größere, tiefere und stabilere Klangbühne sowie mehr Dynamik, Transparenz und Souveränität.

  • Sind die sechs Subwoofer einzeln hörbar?

    Bei korrekter Aufstellung und Abstimmung nicht. Im Test waren die Subwoofer als einzelne Schallquellen nicht lokalisierbar.

  • Müssen die Hauptlautsprecher vom Tiefbass entlastet werden?

    Nein. Beim REL-Konzept spielen die Hauptlautsprecher weiterhin über ihren vollständigen Frequenzbereich. Die Subwoofer werden ergänzend über den High-Level-Eingang eingebunden.

  • Warum verwendet REL eine High-Level-Verbindung?

    Das Signal wird direkt an den Lautsprecherausgängen der Endstufe abgegriffen. Dadurch erhalten die Subwoofer dasselbe Endstufensignal wie die Hauptlautsprecher und lassen sich besonders homogen integrieren.

  • Belastet der High-Level-Eingang die Endstufe?

    Praktisch nicht. Der Eingang ist sehr hochohmig und übernimmt lediglich das Spannungssignal, ohne nennenswert Strom beziehungsweise Leistung aus der Endstufe zu beziehen.

  • Warum werden die Subwoofer übereinandergestapelt?

    Die vertikale Anordnung erweitert die Schallquelle über einen größeren Teil der Raumhöhe. Sie soll die Raumkopplung, die vertikale Dimension der Bühne und die dynamische Skalierung verbessern.

  • Können beliebige REL-Subwoofer gestapelt werden?

    Nein. Es dürfen nur Modelle verwendet werden, die von REL ausdrücklich für den Aufbau als Line-Array konstruiert und freigegeben wurden.

  • Warum bewegen sich die Membranen kaum sichtbar?

    Die erforderliche Tieftonenergie verteilt sich auf sechs Aktivtreiber und sechs Passivmembranen. Jeder einzelne Subwoofer muss daher nur eine vergleichsweise geringe Auslenkung erzeugen.

  • Benötigt ein Six-Pack einen sehr großen Raum?

    Ein entsprechend großzügiger Raum ist sinnvoll. Neben dem akustischen Potenzial muss auch der erhebliche Platzbedarf der beiden vertikalen Arrays berücksichtigt werden.

  • Wie lange dauert die Einrichtung?

    Das hängt von Raum, Hauptlautsprechern und Erfahrung ab. Eine wirklich präzise Abstimmung sollte nicht unter Zeitdruck erfolgen und kann mehrere Hörsitzungen erfordern. Zumeist ist auch der Fachhandel ein kompetenter Partner bei der Einrichtung.

  • Lässt sich das System kabellos betreiben?

    Der REL Carbon Special Black Label ist für REL Airship Direct vorbereitet. Bei einem vollständigen Six-Pack bietet sich für maximale Kontrolle jedoch eine kabelgebundene High-Level-Anbindung an.

KEF LS LUXE

Preis und Verfügbarkeit

Der REL Carbon Special Black Label wird im österreichischen Fachhandel derzeit zu einem Preis von rund € 5.699,- pro Stück angeboten. Für die sechs Subwoofer eines vollständigen Six-Pack ergibt sich damit allein für die eigentlichen Bass-Systeme ein Gesamtpreis von rund € 34.194,-. Hinzu kommen die erforderlichen High-Level-Kabel, REL Bassline Blue Line-Array Connectors, eine hochwertige Stromverteilung und gegebenenfalls weitere Installationskosten. Der REL Carbon Special Black Label ist über autorisierte REL-Fachhändler erhältlich und wird serienmäßig in Piano Black einschließlich Premium Wood Grille angeboten.

Wir meinen…

Es gibt Produkte, die eine Anlage verbessern. Und es gibt Konzepte, die grundlegend verändern, was man von einem bereits herausragenden High-End HiFi-System noch erwarten darf. Das REL Carbon Special Black Label Six-Pack gehört zweifellos zur zweiten Kategorie.

Natürlich ist ein Line-Array aus sechs Subwoofern ein enormer Aufwand. Es verlangt Platz, eine entsprechend hochwertige Anlage, eine sorgfältige Installation und nicht zuletzt ein beträchtliches Budget. Doch wer allein auf die Zahl der Gehäuse, die 5.400 Watt Gesamtleistung oder die zwölf 12-Zoll-Membranen blickt, verkennt den eigentlichen Sinn dieses Systems. Das Six-Pack ist keine Demonstration brachialer Bassgewalt.

Seine größte Leistung besteht gerade darin, dass die sechs Subwoofer als einzelne Komponenten vollständig verschwinden. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund, erschüttern nicht permanent die Wände und verwandeln ein audiophiles Stereo-System nicht in eine überdimensionierte Effektanlage.

Stattdessen arbeiten sie mit geradezu demonstrativer Zurückhaltung. Die einzelnen Membranen bewegen sich kaum sichtbar, jeder Subwoofer liefert nur einen minimalen Anteil, und doch verändert das Gesamtsystem die Wiedergabe fundamental.

Die Bühne öffnet sich, Stimmen erhalten mehr Raum, Instrumente werden klarer gestaffelt und die gesamte Darbietung gewinnt an Tiefe, Höhe, Struktur und Souveränität. Die Musik wirkt nicht bassreicher, sondern vollständiger. Nicht spektakulärer im oberflächlichen Sinn, sondern glaubwürdiger, freier und selbstverständlicher.

Wie groß der Beitrag tatsächlich ist, zeigt sich erst in jenem Moment, in dem alle sechs REL deaktiviert werden. Dann scheint das zuvor so weit geöffnete Klangbild geradezu in sich zusammenzufallen. Die weiterhin exzellente HiFi-Kette wirkt plötzlich kleiner, kompakter und stärker an die Lautsprecherebene gebunden.

Man muss dabei nochmals betonen: Mit den Sonus faber Amati Supreme, der Audio Research Elektronik und den sorgfältig gewählten Quellen stand ein System zur Verfügung, dem ohne Subwoofer objektiv nichts Entscheidendes fehlte. Genau deshalb ist das Ergebnis so beeindruckend. Das REL Six-Pack repariert keine Schwäche. Es erschließt zusätzliches Potenzial auf einem Niveau, auf dem Verbesserungen normalerweise immer kleiner, subtiler und schwieriger nachvollziehbar werden. Hier sind sie weder klein noch subtil.

Alles, was REL Acoustics Ltd. für ein korrekt aufgebautes Six-Pack verspricht, wurde im Test ohne Abstriche eingelöst. Größere Räumlichkeit, bessere Transparenz, höhere dynamische Souveränität, tiefere und stabilere Abbildung sowie eine nahezu vollständige akustische Unsichtbarkeit der Subwoofer waren unmittelbar nachvollziehbar.

Das REL Carbon Special Black Label Line-Array ist damit keine bloße Ergänzung eines High-End HiFi-Systems. Es wird zu einem integralen Bestandteil der gesamten Wiedergabe und hebt eine bereits herausragende Kette auf ein nochmals deutlich höheres Niveau. Das ist absolute Referenz – nicht weniger.

ProduktREL Carbon Special Black Label Line-Array
Preispro Stück € 5.690,-

Technische Daten REL Carbon Special Black Label

ProduktREL Carbon Special Black Label
CharakterisierungAktiver High-End-Subwoofer für Einzelbetrieb, Stereo-Paar und Line-Array
ProduktlinieREL Serie S Line Subwoofer
GehäuseprinzipAktivtreiber mit Passivmembran
Aktivtreiber12 Zoll Carbonfaser-Flachmembran
Ausrichtung AktivtreiberFront-Firing
Passivmembran12 Zoll, Carbonfaser
Ausrichtung PassivmembranDown-Firing
VerstärkerLinear Class D beziehungsweise Hybrid-Verstärker
Verstärkerleistung900 Watt RMS
SpitzenleistungBis zu 1.250 Watt
Untere Grenzfrequenz19 Hz bei –6 dB
EingängeHigh-Level Neutrik Speakon, Low-Level Cinch, LFE Cinch
PegelregelungSeparat für High-Level/Low-Level und LFE
ÜbergangsfrequenzVariabel
Phasenwahl0 oder 180 Grad
Für Line-Array geeignetJa
Wireless-VorbereitungREL Airship Direct
AbdeckungPremium Wood Grille serienmäßig, Stoff optional
OberflächePiano Black
Abmessungen B × H × T488 × 410 × 565 mm
EinsatzbereichHochwertige Stereo- und Heimkino-Systeme in mittelgroßen bis großen Räumen

sempre-audio.at Review Award Referenz

Das REL Carbon Special Black Label Six-Pack ist kein System für mehr Bass, sondern für mehr Musik. Es erweitert Bühne, Tiefe, Klarheit und Souveränität so grundlegend, dass selbst eine bereits herausragende High-End-Kette plötzlich größer, freier und selbstverständlicher spielt. Ein kompromissloses Konzept mit außergewöhnlicher Wirkung – und damit absolute Referenz.


Positiv

  • Außergewöhnlich große und tiefe Klangbühne
  • Markant verbesserte räumliche Struktur
  • Enorme dynamische Souveränität
  • Nahezu perfekte Integration
  • Keinerlei vordergründige Bassbetonung
  • Minimale mechanische Belastung jedes einzelnen Treibers
  • Herausragende Verarbeitung
  • Exklusives, wohnraumorientiertes Design
  • Konsequentes und einzigartiges Line-Array-Konzept
  • Absolute Referenz-Performance

Negativ

  • Erheblicher Platzbedarf
  • Vergleichsweise hoher Installations- und Abstimmungsaufwand
  • Entsprechende Stromversorgung erforderlich
  • Recht umfangreiche Investition erforderlich

Testumgebung

  • Audio Research LS3 DAC & Phono Preamplifier
  • Audio Research S 200 Endstufe
  • Sonus faber Amati Supreme Sabbia Oro Lautsprecher
  • Sechs REL Carbon Special Black Label Subwoofer
  • EAT Fortissimo S Plattenspieler
  • Graham Elite 12-Zoll-Tonarm
  • SME-Tonabnehmer
  • Musical Fidelity M6X Vinyl Phono-Vorverstärker
  • HiFi Rose RS150B Netzwerk-Streamer
  • Musical Fidelity M6S CD-Player
  • Musical Fidelity M6x DAC
  • AudioQuest Niagara 5000 Power Conditioner
  • Zwei AudioQuest PowerQuest 3 Power Conditioner für die Subwoofer
  • AudioQuest NRG-Z3 Stromkabel
  • AudioQuest Mackenzie als XLR-Signalkabel
  • AudioQuest Vodka Toslink
  • AudioQuest Rocket 44 als Lautsprecher-Kabel
  • REL Bassline Blue und REL Bassline Blue Line-Array Connectors als High-Level- und Array-Verkabelung
  • Roon als Datenlieferant für Hi-res Audio Streaming inklusive Apple iPad als Remote Control
MarkeREL Acoustics Ltd.
HerstellerREL Acoustics Ltd.
VertriebAudio Tuning Vertriebs GmbH
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WERTUNG

KLANG - 10
DESIGN - 10
BEDIENUNG - 10
PREIS/LEISTUNG - 10

10

REFERENZ

Das REL Carbon Special Black Label Six-Pack beweist eindrucksvoll, dass sechs Subwoofer keineswegs sechsfachen Bass bedeuten müssen. Richtig eingestellt, erweitert das Line-Array das gesamte Klangbild um Raum, Tiefe, Klarheit und souveräne Selbstverständlichkeit – und ist dabei als Tieftonquelle praktisch nicht wahrnehmbar.

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Über
REL Acoustics Ltd.
Quelle
REL Acoustics Ltd.

Michael Holzinger

Michael Holzinger, Gründer und Chefredakteur von sempre-audio.at | Der HiFi Blog - Das HiFi Magazin und HiFi BLOG, ist seit Jahrzehnten als Journalist in den Bereichen IT, Fotografie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik tätig. Mit den Magazinen HiFi.Luxury sowie the LUXURY HOME guide begründete er zudem zwei weitere Plattformen, die für modernen, exquisiten Lebensstil stehen.

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