sempre-audio.at vor Ort... 2. Vinyltag bei Pure Dynamics Shop in Graz

Zur Vorführung mit einem neuen Plattenspieler aus dem Hause Pure Dynamics, lud Pure Dynamics CEO DI Georg Ruppert in den Pure Dynamics Shop in Graz. Die Gäste hatten zudem die Möglichkeit, in einem umfangreichen Schallplatten-Angebot zu stöbern und um bei dieser Gelegenheit das eine oder andere „Schätzchen“, bestens gepflegt versteht sich, käuflich zu erwerben - vorherige Hörprobe auf aller höchstem Niveau inklusive.

Kurz gesagt...


Pure Dynamics CEO DI Georg Ruppert bot die Gelegenheit, ein serienreifes Plattenspieler-Laufwerk, das die Bauweise Reibrad-Antrieb mit einem Masse-Laufwerk auf geniale Weise verbindet, klanglich und optisch unter die Lupe zu nehmen. Eine Vorpremiere der besonderen Art.

Von Jürgen Weber-Rom (jwr)
16.06.2013

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Ein Vinyltag, eine Veranstaltung einer Organisation, oder eines Händlers, ist eine perfekte Gelegenheit, das entsprechende Sachthema hautnah zu erleben. Fragen zu stellen, aber auch besonders ausgefeilte Hörproben genießen zu können. So auch am 15. Juni 2013, einem sonnigen und warmen Samstag. Das Unternehmen Pure Dynamics Ruppert & Partner OEG lud zu einem entspannten Tag in die Geschäftsräume Pure Dynamics Shop im schönen Grazer Umland ein, um im reichhaltigen Vinyl-Angebot zu stöbern, und über die hauseigene, höchstwertige HiFi-Anlage zu hören. Als einen besonderen Leckerbissen muss man die Vorpremiere des neuen Laufwerk Pure Dynamics PureGroove ansehen, welches nun in zwei Ausbaustufen erhältlich ist.



DI Georg Ruppert ist bis weit über die österreichischen Landesgrenzen hinaus für seine Röhrenverstärker, seine Röhren-Phonovorstufen, aber auch zahlreiche Lautsprecher-Kreationen, bis hin zu dem High-end Modell Pure Dynamic Keramix, bekannt. Neben seiner Leidenschaft zu Lenco-Laufwerken, welche er liebevoll und fachmännisch aufarbeitet und restauriert, arbeitete Georg Ruppert mit seinem Mastermind und kreativen Kopf Peter Url, an einem besonderen Laufwerk, das nicht nur eingefleischte Vinyl-Cracks begeistern dürfte. Vermutlich stellt dieses ultimative Laufwerk, das charmanterweise schlicht „Ultimate“ getauft wurde, weltweit einen einzigartigen, konsequent zu Ende gedachten Ansatz dar, ein moderates Masse-Laufwerk mit einem Reibrad-Antrieb zu kombinieren, und dabei die unweigerlich auftretenden konstruktiven Probleme zu vermeiden. Nun, dies werden wir ebenso konsequent bei einem bereits fest vereinbarten Testbericht erörtern und darstellen. 



Zurück zum 2. Vinyl-Tag in Graz. Ein sichtlich gut gelaunter Georg Ruppert begrüßte die Gäste und Musikliebhaber, die sich bald zahlreich einfanden, um im Vinyl-Angebot zu stöbern und der Vorführung beizuwohnen. Dass dieses neue Laufwerk nicht das einzige Highlight bleiben sollte, stellte sich alsbald heraus. Georg Ruppert warf das Schlagwort Mono in den Raum und lud ein, eine außergewöhnliche Darbietung zu starten. Ruppert hatte zu diesem Zweck das Ultimate-Laufwerk in zwei Varianten aufgebaut. Das weiße Laufwerk war mit einem Denon DL102 Mono Tonabnehmer-System und einem Ultracraft Unipivot Tonarm ausgerüstet, und speiste sein Signal in eine reine „Mono“ Phono-Vorstufe ein, derzeit noch ein Prototyp, welcher das Signal an den kraftvoll aufspielenden Röhren-Vollverstärker Pure Dynamics EL34i weiterreichte. Wiedergegeben wurde über die famosen, und dennoch nicht raumgreifenden Lautsprecher-Systeme Pure Dynamics Iseran. Ein sehr differenziert aufspielendes 2 ½ Wege-System mit vier Alu-Bässen und einem so genannten Air Motion Hochtöner. Als Konterpart stand das gleiche Laufwerk in schwarzer Lackierung mit „normaler“ Stereo-Konfiguration zur Verfügung. Dieses war bestückt mit einem Denon DL-103 Tonabnehmer-System und einem Jelco SA 750L 12 Zoll Tonarm, welcher das Signal an die Pure Dynamics Referenz Phono-Vorstufe weiterleitete.



Nun, Sie fragen sich wohl, was hat Mono in heutigen „Multi-Channel“ und „digitalen“ Zeiten zu suchen. Mono ist doch veraltet und lockt heute keine Maus hinter dem Ofen vor. Ja, Sie haben wohl irgendwie recht, und auch wieder nicht. Eine echte Mono-Wiedergabe kann auch heute zu 100% überzeugen, ist aber keineswegs uneingeschränkt alltagstauglich, da man als Musikliebhaber zweifelsohne auch eine entsprechende Vorliebe mitbringen muss. Darüber hinaus sollte der geneigte Musikliebhaber auch ein entsprechendes Equipment sein Eigen nennen, das sich strikt an den Erfordernissen einer echten Monowiedergabe orientiert. Die Besonderheit dabei ist eine entsprechende Mono-Pressung, welche im besten Fall einen weitaus größeren Dynamik-Umfang als eine Stereo-Pressung aufweist. Eine Stereo-Schallplatte muss die Bewegung der Schneidstichel in allen Dimensionen aufnehmen können – der Schneidstichel wird nicht nur in der Vertikalen ausgelenkt, sondern auch in der horizontalen Richtung. Eine Mono-Pressung benötigt „Vinyl-Material“ nur für die horizontale Schneidrichtung. Die Schneidanlagen zur Pressmatrizen-Erstellung können so einen umfangreicheren Dynamik-Umfang in das Material bannen. Da hier die Stereo-Informationen fehlen, kann der gesamte Signal-Verarbeitungszweig, der bereits in dem Nadelträger mit seinem Magnet- oder Eisenkern beginnt, und über eine Mono Vor-Verstärkungsschaltung (RIAA Entzerrung) mündet, über nur eine Verstärker-Schaltung geführt werden. Das Mono-Signal wird erst im Verstärker-Eingang auf die beiden Kanäle für Stereo zu gleichen Teilen aufgesplittet. Nicht zu verwechseln mit der künstlichen Mono-Wiedergabe einer herkömmliche Stereo-Pressung in einem herkömmlichen Stereo-Setup. Hier sind alle Komponenten auf herkömmlichem Wege mit zwei Kanälen aufgebaut, wobei das Stereo-Musiksignal im Vollverstärker zu einer Mono-Summe aufsummiert wird. Hier fehlt der exemplarische Dynamik-Umfang einer reinen Mono-Produktion.

Die Vorführung zeigte den Anwesenden sogleich, in welche Richtung es gehen sollte. Gespielt wurde Dave Brubeck, angeregt von meinem Kauf zweier Schallplatten dieser Legende, und unter anderem auch die Sopranistin Leontyne Price, begleitet von den Wiener Philharmonikern unter Herbert von Karajan auf einer Decca-Veröffentlichung. Weiters Moe Koffman Quintett mit dem Album „One Moe Time“. Die Mono-Aufnahme der Sopranistin Leontyne Price vermittelte einen klaren und dynamischen Klang. Fast schon möchte man meinen, man könne der Sopranistin bis zu den Stimmbändern in einer selten gehörten Natürlichkeit sehen. Auch wenn die Mono-Aufnahme der Technik aus den 1960er Jahren entsprach, so vermittelte die Aufnahme auch bei hohen Lautstärken eine Art „Entschleunigung“, die manche nicht gelungenen Stereo-Aufnahmen dieser Zeit mit sich brachten. Auf sehr angenehme Art fehlte die quirlige Hektik so mancher Stereo-Aufnahme. Ich hoffe, Sie verzeihen mir, werte Leserin und Leser, diese kryptische Ausdrucksweise, aber es ist ein Minimalismus, der sich auf das Wesentliche konzentriert, und trotzdem den ganzen Kosmos einer guten Aufnahme darzustellen vermag. Für manche Musikliebhaber kann dieses Erlebnis den Zugang zu einem unbeschwerten ur-natürlichen Musikgenuss bedeuten, speziell Liebhaber etwaiger Aufnahmen aus der alt-ehrwürdigen Mono-Zeit, welche in späteren Stereo-Aufnahmen nicht so gelungen erscheinen. 



Mono ist, um es auf den Punkt zu bringen, in einer konsequent umgesetzten Weise, eine Bereicherung der Musikwelt. Aber auch eine grundsätzliche Erfahrung einer glaubwürdigen faszinierenden Musikwiedergabe, die dem Zuhörer alte Aufnahmen näher bringen kann und so manche Genuss-Stunden beschert. Ungeachtet heutiger Technologien, eine Art entschleunigte Dynamik um einen - Mono - Dave Brubeck, oder eine stimmgewaltige Leontyne Price zu genießen. Eine Sopranistin, die 1958 an der Wiener Staatsoper in Verdis „Aida“ debütierte und brillierte, den Weg in die Hochkunst des Gesanges fand, und nicht nur am Broadway, sondern auch auf der Mailänder Scala und bei den Salzburger Festspielen zu Hause war.



Das Laufwerk Ultimate lässt sich mit einer zusätzlich erhältlichen Beistell-Tonarm-Basis für eben jene Ausflüge in die Mono-Welt konfigurieren, welche es dem geneigten Musikliebhaber ermöglicht, zwei „Philosophien“ an (s)einem Laufwerk zu realisieren. Auf der Laufwerkseigenen Basis war bei dem schwarzen Modell der hochwertige Jelco SA 750L in der 12 Zoll Länge verbaut. Die Wiedergabe eines Reibrad-Antriebes vermittelt in Kombination mit einem rund 12 kg schweren Plattenteller eine sehr direkte und urgewaltige Antrittskraft im Klangbild. Es scheint unglaublich, aber der kräftige Motor beschleunigt die nicht unerhebliche Masse innerhalb einer Umdrehung auf die Solldrehzahl. Das Laufwerk hebt sich auch ohne direkten Vergleich von der Konkurrenz ab. Ein herkömmliches Masse-Laufwerk kann natürlich ebenso wie ein Subchassis-Laufwerk begeistern, und in den jeweiligen Konstruktionsprinzipien auf die Spitze getrieben werden. Aber ein universelles Genie, das die Vorzüge mehrerer Welten vereint, ist selten, und will auch klanglich erarbeitet werden. Normalerweise bieten die vorherrschenden Systeme entweder den typischen Klang eines Masse-Laufwerks, oder eben die gewaltige Antrittskraft und Dynamik eines guten Direkt- oder Reibrad getriebenen Systems. Mit großer Spannung sehen wir dem vereinbarten Test in der sempre-audio.at Redaktion entgegen. Wie wohl die Schweizer Formation Yello mit dem hochmodernen Album „Touch“ auf so einem Laufwerk klingen mag?



Aufnahmen wie das Album „Menue“ von Charly Antolini, sowie die legendäre und selten erhältliche Living Stereo Aufnahme von Dick Schory „Music for Bang, Baroom and Harp“ rundeten den kurzweiligen Nachmittag ab. Leider musste ich alsbald die Heimreise antreten, sodass wieder einmal meine Leidenschaft unter zeitlichen Zwang geriet. Aber, so Georg Ruppert, es wird sicher nicht das letzte derartige Event gewesen sein...

Und dann ist da natürlich der bereits angesprochene ausführliche Test des Laufwerks von DI Georg Ruppert. Dazu werden wir auch interessierte Mitglieder des sempre-audio.at Members Club einladen, sodass auch die unmittelbar die Vorzüge dieses Prunkstücks erleben können. Alle Details dazu werden wir in Kürze an unsere Mitglieder übersenden.

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