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Sonus faber Amati Supreme im Test – Der Spitzenlautsprecher der Homage Collection begeistert mit Suprema-Technologie und einem Klangbild von seltener Geschlossenheit

Die Sonus faber Amati Supreme übernimmt wesentliche Technologien der kompromisslosen Suprema und überführt sie in einen deutlich kompakteren Standlautsprecher. Im Audio Tuning Townhouse in Wien überzeugte sie mit vollkommener Geschlossenheit, souveräner Dynamik und einer räumlichen Darstellung, die den Lautsprecher selbst vergessen ließ. Vor allem aber bereitete sie vom ersten bis zum letzten Titel außerordentlich viel Freude.

In aller Kürze
  • Die Sonus faber Amati Supreme ist das neue Spitzenmodell der Sonus faber Homage Collection und nutzt die Mittel-Hochton-Treiber sowie Bauteile der Frequenzweiche aus der Sonus faber Suprema. Ihr 4,5-Wege-System verbindet höchste Auflösung mit kraftvollem, präzise geführtem Tiefton und einer bemerkenswert geschlossenen räumlichen Darstellung. Im Rahmen unseres ausführlichen, exklusivem Test im Audio Tuning Townhouse begeisterte sie als klanglich vollständige, mitreißende und zugleich langfristig faszinierende Lösung. Unser Urteil fällt entsprechend eindeutig aus: Referenz.

Manche Modelllinien, manche Produkte gewinnen im Lauf der Zeit ein Gewicht, das weit über ihre ursprüngliche Stellung im Produktprogramm hinausreicht. Bei Sonus faber, der italienischen High-end-Lautsprecherschmiede aus Vicenza, gehört die Modellbezeichnung Amati zweifellos in diese Kategorie. Seit Jahr und Tag steht sie für große Standlautsprecher, in denen sich die Vorstellung des Unternehmens von natürlicher Musikwiedergabe, handwerklicher Sorgfalt und eigenständiger Formgebung besonders deutlich verdichtet. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, sobald Sonus faber eine neue Amati ankündigt.

Wie man sich angesichts des klingenden Namens wohl denken kann, ist dessen Wahl natürlich kein Zufall. So ist es gute Tradition in Vicenza, dass man sich an Namen berühmter italienischer Instrumentenbauer der Renaissance orientiert: Guarneri, Serafino über Amati bis hin zu Stradivari, so präsentiert sich die Sonus faber Homage Collection. Amati ganz konkret verweist auf Nicolò Amati, den wohl bedeutendsten Vertreter der berühmten Cremoneser Geigenbauerfamilie. Bereits sein Großvater Andrea Amati hatte im 16. Jahrhundert wesentliche Form- und Konstruktionsprinzipien der modernen Violine geprägt; Nicolò führte diese Tradition zu ihrer Blüte und gab sie an nachfolgende Generationen weiter. Für Sonus faber, dessen Formensprache und Selbstverständnis seit jeher von der italienischen Instrumentenbaukunst geprägt sind, ist Amati daher nicht allein eine Hommage, sondern zugleich Anspruch und programmatische Aussage.


Key Facts Sonus faber Amati Supreme

  • 4,5-Wege-Standlautsprecher mit geschlossenem Mitteltongehäuse und Stealth Ultraflex Tieftonsystem
  • 20 mm Seidenkalotten-Superhochtöner, 38 mm Seidenkalotten-Hochtöner und 165 mm Camelia-Mitteltöner
  • Zwei 220 mm Tieftöner mit Dual Drive Motor System
  • Frequenzbereich von 28 Hz bis 40.000 Hz
  • Wirkungsgrad von 91 dB SPL bei 2,83 V/1 m und Nennimpedanz von 4 Ohm
  • Übergangsfrequenzen bei 230 Hz, 300 Hz, 1.800 Hz und 5.600 Hz
  • Empfohlene Verstärkerleistung von 50 bis 600 W
  • Anpassung des Mittel-Hochton- und Mittel-Tieftonbereichs über rückseitige Steckbrücken
  • Abmessungen von 1.176 × 411 × 512 mm und Gewicht von 62 kg je Lautsprecher
  • Ausführungen Wengé, Red, Graphite, Terra Rossa und Sabbia Oro
  • Preis: € 78.000,- pro Paar

Keine Ablöse, sondern eine Erweiterung nach oben

Die Sonus faber Amati Supreme nimmt eine ungewöhnliche Position ein. Sie löst die weiterhin angebotene Sonus faber Amati G5 nicht ab, sondern erweitert die Homage Collection als neues Spitzenmodell nach oben. Die Amati G5 führt die klassische Linie als 3,5-Wege-System fort und gehört selbst in der anspruchsvollen High-end-Klasse zu den besonders charaktervollen Standlautsprechern. Mit ihrem eigenständigen 4,5-Wege-Konzept begründet die Amati Supreme eine zusätzliche Ebene innerhalb der Baureihe.

Der Namenszusatz Supreme stellt zugleich ganz bewusst die Verbindung zur Sonus faber Suprema her, dem kompromisslosen Flaggschiffsystem des Unternehmens. Er beschreibt nicht allein eine höhere Rangordnung, sondern vor allem den direkten Technologietransfer aus dem großen Referenzsystem: Mittel-Hochton-Treiber und wesentliche Bauteile der Frequenzweiche stammen aus der Suprema. Hinzu kommen eine eigenständige Tieftonsektion und ein Gehäuse, das die vertraute lautenförmige Silhouette deutlich moderner interpretiert.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Sonus faber die bekannte Amati lediglich mit noch größerem Aufwand realisieren konnte. Viel interessanter ist, was geschieht, wenn zentrale Entwicklungen der Suprema in einen eigenständigen passiven Standlautsprecher übertragen werden, der sich – einen entsprechend großzügigen Wohnraum vorausgesetzt – noch als klassische Stereo-Lösung integrieren lässt. Technische Verwandtschaft, makellose Verarbeitung und ein exklusiver Anspruch ergeben für sich genommen schließlich noch kein Urteil darüber, ob dieser Lautsprecher dem Namen Amati musikalisch gerecht wird.

Gerade weil eine Sonus faber Amati G5 fester Bestandteil unseres privaten Hörraums ist, konnten wir dieser Begegnung nicht völlig unbefangen entgegensehen. Die Eigenheiten und Stärken der Amati-Familie kennen wir nicht nur aus kurzen Vorführungen. Ein unmittelbarer A/B-Vergleich unter identischen Bedingungen war im Audio Tuning Townhouse zwar nicht möglich, doch die über lange Zeit gewachsene Vertrautheit mit der Amati G5 bildet einen belastbaren Erfahrungshorizont. Und sie sorgt nach diesem Test ganz nebenbei für ein Problem, das wir am Ende noch ansprechen müssen.

Eigenständig, aber klar von der Suprema geprägt

Die Sonus faber Amati Supreme ist als 4,5-Wege-System ausgelegt. Für den oberen Frequenzbereich kombiniert sie einen 38 mm Seidenkalotten-Hochtöner mit einem 20 mm Superhochtöner. Beide arbeiten mit eigenen Waveguides und leistungsfähigen Neodym-Antrieben. Darunter folgt der 165 mm Camelia-Mitteltöner mit Phase Plug und Dual Drive Motor System. Diese drei Chassis entsprechen laut Hersteller jenen Schallwandlern, die auch in der Suprema eingesetzt werden.

Der Camelia-Mitteltöner verdankt seinen Namen der an eine Kamelienblüte erinnernden Membranform. Die unregelmäßige Geometrie ist keine gestalterische Laune, sondern Teil des akustischen Konzepts. Sie soll gleichförmige Resonanzmuster vermeiden und damit gerade in jenem Frequenzbereich für kontrolliertes Verhalten sorgen, in dem Stimmen und der prägende Charakter vieler Instrumente liegen.

Hochtöner und Mitteltöner arbeiten in einem eigenen geschlossenen Volumen. Sonus faber formt dieses mit Computersimulationen und kleidet es mit Kork aus. Das natürliche Material übernimmt damit nicht die Rolle einer bloßen Dämpfungseinlage, sondern wird zur konstruktiven Komponente des akustischen Raums hinter den Chassis. Die organische Form und die Materialeigenschaften sollen interne Reflexionen kontrollieren und die Voraussetzungen für eine freie, unverfärbte Mitteltonwiedergabe schaffen.

Den Tiefton übernehmen zwei 220 mm Chassis mit Dual Drive Motor System. Sie arbeiten auf ein belüftetes Gehäuse mit dem von Sonus faber als Stealth Ultraflex bezeichneten System. Der Hersteller setzt damit nicht auf eine konventionell sichtbare Bassreflexöffnung, sondern integriert die kontrollierte Ventilation in die rückwärtige Struktur des Gehäuses. Die publizierte untere Grenzfrequenz liegt bei 28 Hz – ein Wert, der angesichts der noch gut in Wohnräume integrierbaren Abmessungen bereits den Anspruch auf vollwertige Breitbandwiedergabe erkennen lässt.

Die Frequenzweiche wird Teil des Designs

Bei vielen Lautsprechern bleibt die Frequenzweiche zwangsläufig unsichtbar. Sonus faber entscheidet sich bei der Amati Supreme für das Gegenteil. Ein Y-förmiges transparentes Fenster auf der Oberseite gibt den Blick auf die sorgfältig arrangierten Bauteile der Mittel-Hochton-Weiche frei. Das ist zweifellos ein wirkungsvoller gestalterischer Akzent, aber kein beliebiger Schauwert. Sichtbar wird genau jener Bereich, der maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass vier Übergangsfrequenzen nicht als Brüche wahrgenommen werden.

Nach Angaben von Sonus faber kommen in der Frequenzweiche dieselben Bauteile zum Einsatz wie bei der Suprema. Das Netzwerk folgt dem als Phase Coherent Level 3 bezeichneten Konzept; die Übergänge liegen bei 230 Hz, 300 Hz, 1.800 Hz und 5.600 Hz. Bemerkenswert ist dabei die enge Staffelung der beiden unteren Übergangsfrequenzen. Das gesamte System ist offenkundig nicht als lose Addition eindrucksvoller Einzelchassis gedacht, sondern auf ihr kontrolliertes Zusammenwirken hin entwickelt.

Gerade darin findet sich später der Schlüssel zum Höreindruck. Man hört keinen demonstrativ herausgestellten Superhochtöner, keinen zur Schau gestellten Mitteltöner und keine Tieftonsektion, die ständig auf ihre Größe aufmerksam macht. Man hört einen Lautsprecher.

Die Homage Collection bekennt Farbe

Wengé, Red und Graphite sind bei Sonus faber weit mehr als bloße Optionen im Konfigurator. Diese drei Ausführungen prägen seit Langem das Erscheinungsbild der Homage Collection und gehören damit ebenso zu ihrer Identität wie die geschwungenen Gehäuseformen, ausgesuchten Materialien und jene handwerkliche Detailkultur, für welche die Lautsprecher aus Vicenza stehen.

Umso bemerkenswerter ist, dass Sonus faber der Amati Supreme mit Sabbia Oro und Terra Rossa zwei exklusive matte Ausführungen zugesteht. Sie setzen nicht lediglich einzelne farbliche Akzente, sondern erstrecken sich über das gesamte Gehäuse – von den Seitenflächen bis zur Schallwand. Dadurch verändert sich die Wirkung des Lautsprechers grundlegend. Die Amati Supreme erscheint in diesen beiden Varianten weniger als klassisches Möbel im besten Sinn des Wortes, sondern vielmehr als bewusst gestaltetes Objekt zeitgenössischer Wohnkultur. Unser Testpaar war in Sabbia Oro ausgeführt.

Dabei ersetzt das Neue keineswegs die Tradition. Wengé, Red und Graphite bleiben weiterhin erhältlich und dürften gerade für langjährige Freunde der Marke jene selbstverständliche Eleganz verkörpern, die sie mit einer Sonus faber Amati verbinden. Sabbia Oro und Terra Rossa öffnen dieses vertraute Gestaltungskonzept jedoch für Interieurs, in denen matte Oberflächen, klare Farbflächen und ein stärker architektonisch geprägter Auftritt gefragt sind. Dass Sonus faber diesen Schritt ausgerechnet bei einem der traditionsreichsten Namen des Hauses setzt, darf durchaus als programmatische Aussage verstanden werden.

Mit 1,176 m Höhe und einem Gewicht von 62 kg pro Stück ist die Sonus faber Amati Supreme physisch präsent, ohne den Raum allein durch ihre Größe zu beherrschen. Ihre lautenförmige Grundform gehört unverkennbar zur gestalterischen DNA des Herstellers, wird hier jedoch deutlich moderner interpretiert. Holz, Aluminium und Plexiglas gehen eine präzise ausgearbeitete Verbindung ein; die vertrauten Saitengitter wahren die Beziehung zu früheren Modellen, während das transparente Y-förmige Fenster einen bewussten Schritt in die Gegenwart markiert.

Dieses Fenster wirkt nicht wie ein technisches Schaustück, das nachträglich in die Gestaltung eingefügt wurde. Vielmehr wird hier ein konstruktives Detail selbst zum Designelement – präzise inszeniert, aber ohne die Amati Supreme ihrer für Sonus faber typischen Eleganz zu berauben. Spaltmaße, Übergänge und Oberflächen vermitteln nicht den Eindruck industriell dekorierter Technik, sondern jenen eines Objekts, dessen Gestaltung bis zur letzten sichtbaren Kante durchgehalten wurde.

Vier Abstimmungen, keine davon ist die einzig richtige

Auf der Rückseite besitzt die Sonus faber Amati Supreme zwei mit MID-HIGH ADJ und MID-BASS ADJ bezeichnete Steckbrücken. Aus den beiden Schaltmöglichkeiten ergeben sich vier Kombinationen, die Sonus faber unterschiedlichen Raumgrößen, akustischen Bedingungen und Wandabständen zuordnet.

In der Praxis erwies sich das System weniger als Korrektur eines grundsätzlichen Problems denn als Möglichkeit zur Feinabstimmung. Wir variierten die Einstellungen während des Tests und kamen zu keinem Ergebnis, das sich allgemeingültig als „besser“ festschreiben ließe. Die Unterschiede waren nachvollziehbar, die bevorzugte Kombination blieb jedoch eine Frage von Raum, Aufnahme und persönlichem Geschmack.

Das ist durchaus positiv zu verstehen. Die Abstimmung greift nicht so weit ein, dass die Amati Supreme ihren Charakter wechseln würde. Sie erlaubt vielmehr eine letzte Gewichtung, nachdem Aufstellung und Einwinkelung sorgfältig vorgenommen wurden. Wer sich bei einem Lautsprecher dieser Klasse Zeit für die Positionierung nimmt, erhält damit eine zusätzliche Möglichkeit, das Ergebnis auf den eigenen Hörplatz abzustimmen.

Leistungsreserven sind wichtiger als nominelle Wattzahlen

Sonus faber gibt für die Amati Supreme eine Empfindlichkeit von 91 dB SPL bei 2,83 V/1 m, eine Nennimpedanz von 4 Ohm und einen empfohlenen Verstärkerbereich zwischen 50 und 600 W an. Daraus sollte man nicht ableiten, dass zwingend ein Kraftwerk im Hörraum stehen muss. Der Wirkungsgrad ist praxisgerecht. Zugleich verlangt ein Lautsprecher dieser Güte nach einer Endstufe, die auch an 4 Ohm stabil arbeitet, hohe Ströme kontrolliert bereitstellt und bei dynamischen Spitzen nicht frühzeitig an ihre Grenzen gelangt.

Die Audio Research S-200 erwies sich dafür als ausgezeichnete Partnerin. Ihre 200 W pro Kanal an 8 Ohm verdoppeln sich laut Hersteller an 4 Ohm auf 400 W. Noch wichtiger als die Zahl war im Hörraum die Selbstverständlichkeit, mit der sie auch große Impulse kontrollierte. Gemeinsam mit dem Audio Research LS-3 entstand eine Kette, die der Amati Supreme genügend Freiheit ließ, ohne Kontur und Führung preiszugeben.

Die Lautsprecher bieten getrennte Anschlüsse für den Tiefton- und Mittel-Hochtonbereich und erlauben damit neben Single Wiring auch Bi-Wiring und Bi-Amping. Im Test kam eine klassische Verbindung mit AudioQuest Rocket 44 zum Einsatz. Eine zwingende Notwendigkeit für aufwendigere Verstärkerkonfigurationen ergab sich nicht.

Zu Gast im Audio Tuning Townhouse

Der Test fand im Audio Tuning Townhouse im Herzen Wiens statt. Der etwa 60 m² große Hörraum befindet sich in einem großzügigen Altbau und bietet mit seiner beachtlichen Raumhöhe Bedingungen, die einem Standlautsprecher dieses Kalibers entgegenkommen. Eine komfortable Couch in der Raummitte diente als Hörplatz; die Anlage wurde damit in einer hochwertigen, aber eindeutig wohnlichen Umgebung beurteilt.

Die raumakustischen Maßnahmen treten optisch kaum hervor. Den wichtigsten Beitrag leistet eine Akustikdecke, die sich dank der großzügigen Höhe des Altbaus ohne bedrängende Wirkung realisieren ließ. Hinter den Lautsprechern befinden sich zudem Akustikpaneele. Diese folgen keiner bis in jede Einzelheit berechneten Studiokonzeption, sondern verstehen sich eher als Dekoration mit akustischem Mehrwert. Genau das macht den Raum für diesen Test interessant: Er ist kein Labor, sondern ein eleganter Wohnraum, in dem gute Voraussetzungen mit praktischer Nutzbarkeit verbunden werden.

Die Testanlage

Unsere HiFi-Kette war aus Komponenten der Marken Audio Research, HiFi Rose und Musical Fidelity aufgebaut. Das Zubehör – Kabel und Stromversorgung – stammte von AudioQuest. Als Vorverstärker diente der Audio Research LS-3 Preamplifier, die Leistungsverstärkung übernahm der Audio Research S-200 Power Amplifier. Für Streaming kam der HiFi Rose RS150B zum Einsatz, der direkt mit der Vorstufe verbunden war. Die Plattform Roon der Software-Schmiede Roon Labs LLC. stellte die Musikdaten bereit, ein Apple iPad diente als komfortable Roon Remote Control. Wo entsprechende Fassungen verfügbar waren, nutzten wir Hi-res Audio; zugleich kamen bewusst auch herkömmliche Auflösungen in „CD-Qualität“ zum Einsatz.

Apropos CD, tatsächlich nutzten wir auch gerne Audio CD, wobei dafür der Musical Fidelity M6scd CD-Player und der Musical Fidelity M6x DAC bereit standen. Die Stromversorgung der Anlage lief über einen AudioQuest Niagara 5000 Power Conditioner und AudioQuest NRG-Z3 Stromkabel. AudioQuest Mackenzie übernahm die symmetrische Signalverbindung, AudioQuest Vodka die optische Digitalverbindung. Zwischen Endstufe und Sonus faber Amati Supreme kamen AudioQuest Rocket 44 Lautsprecherkabel zum Einsatz.

Diese Aufstellung war hochwertig genug, um das Potenzial der Lautsprecher nicht künstlich zu begrenzen, blieb aber als klassische Stereoanlage gut nachvollziehbar: Quelle, Vorstufe, Endstufe und ein Paar passive Lautsprecher. Eine feine, im wahrsten Sinne des Wortes High-end HiFi-Kette,

Der Hörtest – ein Klangbild aus einem Guss

Die Sonus faber Amati Supreme macht es einem zunächst nicht leicht, über einzelne klangliche Eigenschaften zu sprechen. Nicht etwa, weil es an bemerkenswerten Fähigkeiten fehlen würde. Das Gegenteil ist der Fall. Man hört wenige Takte, nimmt eine Stimme, einen Basslauf oder die Ausdehnung des Aufnahmeraums wahr – und stellt kurz darauf fest, dass die üblichen audiophilen Einzelbeobachtungen an Bedeutung verlieren. Alles ist da, alles steht im richtigen Verhältnis, nichts drängt sich vor. Genau diese Vollständigkeit erwies sich im Test als ihre größte Qualität.

Dabei klingt die Amati Supreme keineswegs zurückhaltend oder gar betont korrekt. Sie besitzt intensive Klangfarben, vermittelt Stimmen und Instrumente mit Substanz und kann ein Orchester ebenso selbstverständlich in den Raum stellen wie die rohe Energie einer Rockproduktion. Was ihr weitgehend fremd ist, sind demonstrative Effekte. Der Superhochtöner macht nicht fortwährend auf besonders weit reichende Auflösung aufmerksam, der Mitteltöner stellt Stimmen nicht grundsätzlich ins Rampenlicht, und auch die beiden Tieftöner müssen ihre Leistungsfähigkeit nicht bei jeder Gelegenheit vorführen.

Gerade im Mittel- und Hochtonbereich zeigt sich, wie geschlossen dieses aufwendige 4,5-Wege-System tatsächlich arbeitet. Die Amati Supreme legt feine Strukturen offen, ohne Musik in Einzelteile zu zerlegen. Anschlag, Klangentwicklung und Ausschwingen bleiben als zusammengehörender Vorgang erhalten. Stimmen besitzen Kontur und körperliche Präsenz, doch ebenso jene kleinen Unregelmäßigkeiten, die Ausdruck und Persönlichkeit ausmachen. Die hohe Auflösung dient damit nicht der Analyse um ihrer selbst willen, sondern einem vollständigeren Eindruck des musikalischen Geschehens.

Auch die räumliche Darstellung folgt keinem starren Schema. Große Produktionen dürfen sich weit über die Positionen der Lautsprecher hinaus ausdehnen, kleinere Besetzungen behalten hingegen ihre Intimität. Die Bühne wird weder künstlich verbreitert noch mit übertriebener Tiefenstaffelung versehen. Entscheidend ist vielmehr die Stabilität, mit der Musiker, Stimmen und Instrumente zueinander in Beziehung stehen. Selbst bei dichten Arrangements bleibt die Mitte sicher verankert, ohne dass die Wiedergabe geometrisch durchsortiert wirkt.

Im Tiefton verbindet die Amati Supreme beträchtliche Reichweite mit ausgezeichneter Kontrolle. Bass wird nicht nur als Druck oder Volumen erfahrbar, sondern bleibt in Tonhöhe, Struktur und zeitlichem Verlauf nachvollziehbar. In dem rund 60 m² großen Hörraum des Audio Tuning Townhouse entwickelte sie genügend Fundament und körperliche Autorität, um keinerlei Wunsch nach zusätzlichen Subwoofern aufkommen zu lassen. Dennoch klang sie nie so, als müsse sie ihre Größe durch permanentes Gewicht rechtfertigen.

Mindestens ebenso bemerkenswert war ihre dynamische Selbstverständlichkeit. Große Impulse gelangen mit jener Gelassenheit, die man von einem Lautsprecher dieser Klasse erwarten darf. Ihre eigentliche Qualität zeigte sich jedoch zwischen diesen offensichtlichen Momenten: in kleinen Veränderungen der Intensität, im Nachdruck einer Stimme, in der Gewichtung eines Anschlags oder im kaum merklichen Anwachsen einer orchestralen Passage. Diese Abstufungen blieben auch bei moderater Lautstärke erhalten. Man musste die Amati Supreme nicht zu hohen Pegeln treiben, damit Musik vollständig wirkte.

Unterschiede zwischen Aufnahmen, Produktionen und den jeweils verfügbaren Auflösungen machte sie klar nachvollziehbar. Daraus entstand allerdings keine unerbittliche Rangordnung, bei der nur makellose audiophile Produktionen bestehen konnten. Gute Aufnahmen gewannen deutlich an Tiefe, Farbe und Feinzeichnung; weniger perfekte behielten dennoch ihren musikalischen Reiz. Die Amati Supreme beschönigt nicht, verwechselt Aufrichtigkeit aber auch nicht mit Schonungslosigkeit.

„Perfekt“ ist in einem Test ein gefährliches Wort. Bei der Sonus faber Amati Supreme beschreibt es dennoch ziemlich genau unseren bleibenden Eindruck – nicht im Sinn einer abstrakten Fehlerfreiheit, sondern als Verhältnis sämtlicher Qualitäten zueinander. Selten haben wir in dieser Klasse ein Klangbild erlebt, das über unterschiedliche Musikrichtungen, Aufnahmequalitäten und Lautstärken hinweg derart stimmig und komplett blieb.

Und dieser Lautsprecher machte verdammt viel Spaß. Das klingt weniger vornehm als manche Abhandlung über Klangfarben, Impulsverhalten und Raumstaffelung, trifft den Charakter der Amati Supreme aber genauer. Sie fordert keine ehrfürchtige Haltung ein. Sie verführt dazu, noch einen Titel zu hören, danach ein Album – und irgendwann festzustellen, dass aus dem geplanten Testprogramm längst ein ausgedehnter Musikabend geworden ist.

Von vertrauten Aufnahmen und neuen Entdeckungen

Thorbjørn Risager – Come on In

Mit „Come on In“ aus dem gleichnamigen Album von Thorbjørn Risager ließ sich sehr schnell erkennen, wie selbstverständlich die Amati Supreme eine markante Stimme behandelt. Risager stand körperhaft und klar umrissen im Raum, ohne künstlich nach vorne gerückt zu werden. Seine raue Stimmstruktur blieb vollständig erhalten, während die Begleitung als gemeinsam agierende Band und nicht als Ansammlung sorgfältig separierter Einzelereignisse erschien. Rau, mit treibender Kraft, so tönt es aus dem Speaker.

Willy DeVille – Storybook Love

Willy DeVilles „Storybook Love“ aus dem Album „Miracle“ lebte von jener schwer zu treffenden Balance aus Intimität und Distanz. Die Stimme besaß Farbe, Ausdruck und eine glaubwürdige Größe, ohne romantisierend aufgeladen zu werden. Gerade weil die Amati Supreme auf zusätzliche Wärme oder künstlichen Schmelz verzichtete, entfaltete der Titel seine emotionale Wirkung vollkommen unangestrengt.

Zaz – J’aime j’aime

Zaz stellte mit „J’aime j’aime“ aus „Effet Miroir“ andere Anforderungen an den Mittel-Hochtonbereich. Ihre Stimme kann über weniger ausgewogene Systeme rasch vordergründig oder angestrengt wirken. Die Amati Supreme erhielt ihre raue, bewegliche Art, band sie aber sauber in das rhythmische Geschehen ein. Sie glättete nichts und verschärfte nichts – sie traf schlicht das richtige Maß.

Gianmaria Testa – Come al cielo gli aeroplani

Bei Gianmaria Testas „Come al cielo gli aeroplani“ aus „Solo dal vivo“ wurde vor allem die akustische Umgebung Teil der Darbietung. Stimme, Instrument und Aufnahmeraum standen in einem vollkommen glaubwürdigen Verhältnis zueinander. Der Raum erschien nicht lediglich als Hall hinter dem Musiker, sondern als zusammenhängender Ort, dessen Dimensionen und Atmosphäre sich unmittelbar erschlossen. Die Lautsprecher selbst verschwanden dabei nahezu vollständig aus der Wahrnehmung.

Tori Amos – Winter

Tori Amos’ „Winter“ aus „Gold Dust“ verlangte nach feinen Abstufungen zwischen Stimme, Klavier und orchestraler Begleitung. Der Flügel besaß Gewicht und einen präzise nachvollziehbaren Anschlag, während das Ausschwingen der Töne unverkürzt im Raum stehen blieb. Die Streicher bildeten keine diffuse Fläche, sondern entwickelten sich in nachvollziehbaren Schichten um die Stimme. Auflösung wurde hier nicht durch hervorgehobene Details demonstriert, sondern durch die vollständige zeitliche Entwicklung der Musik.

Pink Floyd – One of These Days

Pink Floyds „One of These Days“ vom Album „8-Tracks“ lenkte die Aufmerksamkeit weniger auf absoluten Tiefgang als auf die Fähigkeit der Amati Supreme, den langen Spannungsbogen der Aufnahme zusammenzuhalten. Die gegeneinander versetzten Bassfiguren blieben als eigenständige Bewegungen nachvollziehbar, verbanden sich aber mit Schlagzeug, Orgel und den zunehmend unruhigen Effekten zu einem immer zwingenderen Ganzen. Mit wachsender Verdichtung wurde die Wiedergabe nicht einfach lauter oder massiver, sondern vor allem drängender. Gerade der Übergang vom beinahe abstrakten Beginn zum eruptiven weiteren Verlauf zeigte, wie präzise die Amati Supreme rhythmische Beziehungen wahrt, ohne den musikalischen Sog durch demonstrative Analyse zu bremsen.

Yo-Yo Ma – Gabriel’s Oboe

Mit „Gabriel’s Oboe“ aus „Yo-Yo Ma Plays Ennio Morricone“ rückte die Beschaffenheit des Celloklangs in den Mittelpunkt. Bogenstrich, Saiten und Resonanzkörper blieben differenzierbar, ohne dass das Instrument in mechanische Einzelbestandteile zerfiel. Die Amati Supreme vermittelte Textur und Volumen ebenso überzeugend wie den ruhigen melodischen Fluss der Aufnahme. Technische Präzision und musikalischer Ausdruck standen sich zu keinem Zeitpunkt im Weg.

Eagles – Hotel California

„Hotel California“ aus dem gleichnamigen Album der Eagles gehört zu den oft gehörten Vorführklassikern. Gerade diese Vertrautheit machte die Aufnahme jedoch zu einem verlässlichen Maßstab. Gitarren, Stimmen und Schlagwerk erhielten klar definierte Positionen, ohne dass die Bühne wie mit dem Lineal konstruiert erschien. Sie besaß Tiefe, Luft und vor allem eine glaubwürdige Verbindung zwischen den Musikern.

The Moody Blues – Nights in White Satin

Bei „Nights in White Satin“ aus „Days of Future Passed“ von The Moody Blues musste die Amati Supreme eine ungleich komplexere Mischung aus Band, Stimme und orchestraler Weite ordnen. Sie löste das dichte Arrangement nicht steril in einzelne Ebenen auf, sondern bewahrte dessen eigentümliche Atmosphäre. Die Darstellung wuchs großzügig über die Lautsprecher hinaus, blieb in der Mitte aber stabil und verlor selbst in den dichter werdenden Passagen nicht ihre innere Ordnung.

The Stranglers – Always the Sun

„Always the Sun“ aus „Dreamtime“ von The Stranglers machte deutlich, dass Kontrolle nicht mit Zurückhaltung verwechselt werden darf. Basslinie und Schlagzeug entwickelten den notwendigen Druck, die Gitarren behielten ihren Biss, und die Aufnahme gewann jenes Tempo, das sie unmittelbar vorantreibt. Die Amati Supreme spielte diszipliniert, aber keineswegs akademisch. Sie ließ dem Stück seine Kanten und vor allem seine Energie.

Vangelis – Chariots of Fire

Vangelis’ „Chariots of Fire“ aus „Themes“ zeigte, welchen Maßstab diese Lautsprecher entwickeln können. Die Synthesizerflächen breiteten sich weit über die physischen Positionen der Gehäuse hinaus aus, ohne an Substanz zu verlieren. Das tiefe Fundament trug die Aufnahme mit großer Ruhe, während die räumliche Staffelung auch in ihrer ganzen Ausdehnung nachvollziehbar blieb. Größe wurde nicht durch diffuse Weite erzeugt, sondern aus der Aufnahme selbst entwickelt.

Jennifer Warnes – Way Down Deep

Jennifer Warnes’ „Way Down Deep“ aus „The Hunter“ ist ein ebenso bekannter wie aufschlussreicher Prüfstein für die Tieftonwiedergabe. Die Amati Supreme ließ die tiefen Bassimpulse mit erheblichem Nachdruck in den Raum treten, beschränkte sich aber nicht auf schiere Masse. Tonhöhe, Verlauf und Ausklingen blieben sauber unterscheidbar. Das Ergebnis war körperlich spürbar und zugleich so kontrolliert, dass der Bass weder die Stimme noch die räumliche Ordnung überlagerte.

VNV Nation – Electric Sun

VNV Nations „Electric Sun“ aus dem gleichnamigen Album verlagerte die Prüfung schließlich auf elektronische Energie, dichte Synthesizerstrukturen und hart gesetzte Impulse. Die Amati Supreme entwickelte auch bei gehobenem Pegel enormen Druck, stoppte Bassimpulse jedoch ebenso bestimmt, wie sie diese in den Raum stellte. Der Mittelton blieb frei, die Abbildung stabil, und selbst komplexe Passagen verloren nichts von ihrer Übersicht. Hier zeigte sich endgültig, dass Präzision und Vergnügen keine Gegensätze sein müssen.

Was nach dem Hörprogramm bleibt

Die besten Lautsprecher hinterlassen nicht zwingend die längste Liste spektakulärer Einzelbeobachtungen. Sie verändern vielmehr die Art, wie man während eines Tests Musik auswählt. Bei der Sonus faber Amati Supreme verloren die üblichen Pflichtstücke irgendwann ihre Funktion als Prüfmaterial. Man hörte weiter, weil man wissen wollte, was der nächste Titel musikalisch bereithält – und nicht, weil noch ein Frequenzbereich oder eine Disziplin abgearbeitet werden musste.

Der Begriff „vollständig“ fasst das Erlebte deshalb besser zusammen als jede einzelne technische Disziplin. Bass, Mitten, Hochton, Raum und Dynamik erreichten jeweils höchstes Niveau. Zur Referenz wurde die Amati Supreme jedoch dadurch, dass all diese Bereiche jederzeit zusammengehörten.


Die wichtigsten Vorteile im Überblick

  • Außergewöhnliche Geschlossenheit: Das gesamte Frequenzspektrum wirkt wie aus einem Guss, ohne hörbar hervortretende Übergänge.
  • Vollwertiger Tiefton: Zwei 220 mm Tieftöner liefern Tiefe, Druck und präzise Konturen, sodass kein Subwoofer erforderlich ist.
  • Natürliche Klangfarben: Stimmen und akustische Instrumente behalten Körper, Textur und ihren individuellen Charakter.
  • Glaubwürdige Raumabbildung: Die Bühne löst sich vollständig von den Gehäusen und wahrt die Größenverhältnisse der Aufnahme.
  • Souveräne Dynamik: Kleine Abstufungen bleiben ebenso nachvollziehbar wie große Impulse bei gehobenem Pegel.
  • Flexible Raumanpassung: Vier Kombinationen für den Mittel-Hochton- und Mittel-Tieftonbereich erleichtern die persönliche Feinabstimmung.
  • Außergewöhnliche Verarbeitung: Materialien, Oberflächen und konstruktive Details entsprechen dem akustischen Anspruch.
  • Hohe Langzeitmotivation: Die Sonus faber Amati Supreme lädt zum Musikhören ein, anstatt technische Effekte vorzuführen.

FAQ zur Sonus faber Amati Supreme

  • Wie groß sollte der Hörraum für die Sonus faber Amati Supreme sein?

    Eine verbindliche Mindestgröße lässt sich nicht seriös nennen, da Raumgeometrie, Wandabstände und Akustik entscheidend sind. Sonus faber empfiehlt mindestens 1 m Abstand zur Rückwand und wenigstens 1,8 m zwischen den Lautsprechern. Im etwa 60 m² großen Hörraum des Audio Tuning Townhouse konnte sich die Amati Supreme sehr frei entfalten. In kleineren Räumen helfen sorgfältige Positionierung und das integrierte Tuning-System, dennoch sollte der Lautsprecher genügend Abstand und Luft erhalten.

  • Benötigt die Sonus faber Amati Supreme zusätzliche Subwoofer?

    Nein. Die beiden 220 mm Tieftöner reichen laut Hersteller bis 28 Hz hinab und lieferten im Test auch im großen Hörraum tiefen, druckvollen und kontrollierten Bass. Die gesamte Hörbewertung erfolgte ohne Subwoofer. Aber natürlich kann selbst ein Lautsprecher dieses Kalibers noch mit den adäquaten Subwoofern aufgewertet werden. Dafür muss man aber dann doch richtig tief in die Tasche greifen.

  • Welcher Verstärker eignet sich für die Sonus faber Amati Supreme?

    Sonus faber empfiehlt Verstärker mit einer Leistung zwischen 50 und 600 W. Wichtiger als eine möglichst hohe Wattzahl sind Stabilität an 4 Ohm, ausreichend Stromlieferfähigkeit und Kontrolle bei dynamischen Spitzen. Im Test erwies sich die Audio Research S-200 mit 200 W pro Kanal an 8 Ohm und 400 W pro Kanal an 4 Ohm als ausgezeichneter Partner.

  • Worin unterscheidet sich die Sonus faber Amati Supreme von der Sonus faber Amati G5?

    Die Amati Supreme steht oberhalb der weiterhin angebotenen Amati G5. Sie ist als 4,5-Wege-System ausgelegt und übernimmt den Superhochtöner, den Hochtöner, den Camelia-Mitteltöner sowie Bauteile der Frequenzweiche aus der Suprema. Die Amati G5 arbeitet als 3,5-Wege-System. Unsere langjährige Erfahrung mit der Amati G5 diente als redaktioneller Hintergrund; ein unmittelbarer A/B-Vergleich im selben Raum fand nicht statt. Der würde auch wenig Sinn ergeben, spielen die beiden Systeme doch in gänzlich unterschiedlichen Preisklassen.

  • Was bewirken die rückseitigen MID-HIGH- und MID-BASS-Einstellungen?

    Über zwei Steckbrücken lassen sich vier Abstimmungen für unterschiedliche Raumverhältnisse und persönliche Vorlieben wählen. Die Einstellungen verändern die Gewichtung des Mittel-Hochton- beziehungsweise Mittel-Tieftonbereichs, ohne den Grundcharakter des Lautsprechers aufzugeben. Im Test erwies sich keine Variante pauschal als überlegen – die Wahl blieb letztlich eine Geschmacksfrage.

  • Ist Bi-Wiring oder Bi-Amping notwendig?

    Nein. Die getrennten Anschlüsse für Tiefton und Mittel-Hochton erlauben zwar Bi-Wiring und Bi-Amping, die Sonus faber Amati Supreme spielte im Test jedoch bereits mit einer klassischen Verstärker- und Kabelverbindung auf Referenzniveau. Aufwendigere Konfigurationen sind eine Option, keine Voraussetzung.

  • Eignet sich die Sonus faber Amati Supreme nur für audiophile Vorführstücke?

    Nein. Sie legt Unterschiede zwischen Aufnahmen klar offen, macht daraus aber keine Qualitätskontrolle, die weniger perfekte Produktionen ungenießbar werden lässt. Gerade Rock, elektronische Musik, Live-Aufnahmen und klassische Werke zeigten, dass ihre Geschlossenheit und Spielfreude unabhängig vom Genre erhalten bleiben.

  • Wie aufwendig sind Lieferung und Aufstellung?

    Jeder Lautsprecher wiegt 62 kg und besitzt hochwertige, entsprechend empfindliche Oberflächen. Auspacken, Montage und Positionierung sollten daher von mehreren Personen beziehungsweise idealerweise vom Fachhandel übernommen werden. Auch die abschließende Einwinkelung und Wahl der Tuning-Einstellung verdienen Zeit.

Preis und Verfügbarkeit

Die Sonus faber Amati Supreme ist im autorisierten Fachhandel erhältlich. Der empfohlene Verkaufspreis beträgt € 78.000,- pro Paar. Angeboten wird sie in den Ausführungen Wengé, Red, Graphite, Terra Rossa und Sabbia Oro. Aufgrund des Gewichts von 62 kg pro Lautsprecher sowie der notwendigen sorgfältigen Positionierung empfehlen sich Lieferung und Aufstellung durch den Fachhandel.

Wir meinen…

Die Sonus faber Amati Supreme ist einer jener seltenen Lautsprecher, bei denen die Suche nach der eindrucksvollsten Einzeldisziplin am Wesentlichen vorbeiführt. Ihr Tiefton reicht tief und bleibt präzise, ihre räumliche Darstellung ist großzügig und stabil, Stimmen besitzen Körper und Charakter, und feinste Informationen erscheinen ohne jede demonstrative Schärfe. Herausragend ist jedoch, wie selbstverständlich all das zusammenfindet.

Sie spielt nicht spektakulär um des Spektakels willen. Sie kann gewaltige Räume öffnen, harte elektronische Impulse in den Hörraum stellen und ein Cello mit feinster Textur zeigen – doch keine dieser Fähigkeiten löst sich je vom musikalischen Zusammenhang. Das Klangbild bleibt in sich stimmig, komplett und bei jeder Musikrichtung glaubwürdig.

Hinzu kommt jene Eigenschaft, die in High-end-Tests zuweilen hinter technischen Begriffen verschwindet: Die Amati Supreme macht verdammt viel Spaß. Sie lässt den Hörer nicht vor einer akustischen Vitrine Platz nehmen, sondern zieht ihn mitten in die Musik. Dass sie dabei auch leise vollständig bleibt und weniger perfekte Aufnahmen nicht aussortiert, macht sie zu einem Lautsprecher für lange Jahre und nicht nur für kurze Demonstrationen.

Bleibt die Frage nach der eigenen Sonus faber Amati G5. Wer mit diesem bereits hervorragenden Lautsprecher im privaten Hörraum lebt, sollte nach einer Begegnung mit der Amati Supreme besser nicht sofort den Taschenrechner bemühen. Der Gedanke an ein Upgrade stellt sich erstaunlich schnell ein. Glücklicherweise meldet sich irgendwann wieder die Vernunft – zumindest fürs Erste.

Die Sonus faber Amati Supreme verdient unser Prädikat Referenz. Selbstverständlich hat dies seinen Preis, zumal bei dieser Herkunft – nobles obige. Sonus faber vertraut aber nicht allein auf das bereits Geschaffene, vielmehr erweist man sich einmal mehr als überaus innovativ, vertraut neuesten Technologien und einer immens aufwendigen Konstruktion, geht beim Design neue Wege und liefert ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk ab. Unser Urteil begründet sich aber allen voran darauf, dass wir selten ein derart vollständiges, geschlossenes und zugleich mitreißendes Klangbild gehört haben.

ProduktSonus faber Amati Supreme
Preis€ 78.000,- pro Paar

Technische Daten Sonus faber Amati Supreme

ProduktSonus faber Amati Supreme
Bauart4,5-Wege-Standlautsprecher
GehäuseprinzipMittelton geschlossen; Tiefton ventiliert mit Stealth Ultraflex System
Superhochtöner20 mm Seidenkalotte, Waveguide, Neodym-Antrieb
Hochtöner38 mm Seidenkalotte, Waveguide, Neodym-Antrieb
Mitteltöner165 mm Camelia-Treiber, Dual Drive Motor System, Neodym-Ringmagnet
Tieftöner2 × 220 mm, Dual Drive Motor System
Übergangsfrequenzen230 Hz, 300 Hz, 1.800 Hz und 5.600 Hz
Frequenzbereich28 Hz bis 40.000 Hz
Wirkungsgrad91 dB SPL bei 2,83 V/1 m
Nennimpedanz4 Ohm
Empfohlene Verstärkerleistung50 bis 600 W, unverzerrtes Signal
AnschlüsseVier Polklemmen für Mittel-Hochton und Tiefton
RaumanpassungMID-HIGH ADJ und MID-BASS ADJ, vier Kombinationen
GehäuseLautenform; lackiertes Holz, Plexiglas und Aluminium
Abmessungen1.176 × 411 × 512 mm pro Lautsprecher
Gewicht62 kg pro Lautsprecher
AusführungenWengé, Red, Graphite, Terra Rossa und Sabbia Oro

sempre-audio.at Review Award Referenz

Die Sonus faber Amati Supreme verbindet Technologien der Suprema mit einer wohnraumgerechteren Form und erreicht klanglich ein außergewöhnlich geschlossenes Niveau. Tiefton, Mittelton und Hochton treten nie als einzelne Disziplinen hervor, sondern bilden ein glaubwürdiges Ganzes mit souveräner Dynamik und vollständig losgelöster Raumabbildung. Ihre feine Auflösung dient stets der Musik, und ihre Spielfreude verhindert jede akademische Distanz. Ein in Konstruktion, Verarbeitung und Klang konsequent realisierter Referenzlautsprecher für ein exklusives Umfeld.


Positiv

  • Außergewöhnlich geschlossenes, vollständiges Klangbild
  • Natürliche Stimmen und glaubwürdige Instrumentalfarben
  • Tiefer, druckvoller und präzise kontrollierter Bass
  • Großzügige, stabile und vollständig losgelöste Raumabbildung
  • Souveräne Fein- und Grobdynamik
  • Flexible klangliche Anpassung an Raum und Geschmack
  • Herausragende Verarbeitung und eigenständiges Design
  • Enorme Spielfreude und hohe Langzeitmotivation

Negativ

  • Benötigt ausreichend Raum und eine sorgfältige Aufstellung
  • Gewicht und empfindliche Oberflächen verlangen professionelle Handhabung

Testumgebung

  • Audio Research LS-3 Preamplifier
  • Audio Research S-200 Power Amplifier
  • HiFi Rose RS150B Netzwerk-Streamer
  • Musical Fidelity M6scd CD-Player
  • Musical Fidelity M6x DAC
  • AudioQuest Niagara 5000 Power Conditioner
  • AudioQuest NRG-Z3 Stromkabel
  • AudioQuest Mackenzie als XLR-Signalkabel
  • AudioQuest Vodka Toslink
  • AudioQuest Rocket 44 als Lautsprecher-Kabel
  • Roon als Datenlieferant für Hi-res Audio Streaming inklusive Apple iPad als Remote Control
MarkeSonus Faber S.p.a.
HerstellerSonus Faber S.p.a.
Vertrieb ÖsterreichAudio Tuning Vertriebs GmbH
Vertrieb DeutschlandAudio Components Vertriebs GmbH
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WERTUNG

KLANG - 10
DESIGN - 10
BEDIENUNG - 10
PREIS/LEISTUNG - 9

9.8

REFERENZ

Die Sonus faber Amati Supreme erreicht in allen entscheidenden Disziplinen höchstes Niveau. Ihr besonderes Verdienst liegt jedoch nicht in einem isolierten Bestwert, sondern in der außergewöhnlich geschlossenen Verbindung von Klangfarben, Auflösung, Raum, Dynamik und Tiefton. Verarbeitung, Anpassbarkeit und gestalterische Qualität entsprechen diesem Anspruch. Preis und Produkt positionieren sich gleichermaßen in einem konsequent exklusiven Referenzsegment.

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Über
Sonus faber S.p.a.
Quelle
Sonus faber S.p.a.

Michael Holzinger

Michael Holzinger, Gründer und Chefredakteur von sempre-audio.at | Der HiFi Blog - Das HiFi Magazin und HiFi BLOG, ist seit Jahrzehnten als Journalist in den Bereichen IT, Fotografie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik tätig. Mit den Magazinen HiFi.Luxury sowie the LUXURY HOME guide begründete er zudem zwei weitere Plattformen, die für modernen, exquisiten Lebensstil stehen.

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