videociety - Video-on-demand Service in HD und 5.1 Surround-Sound

Filme einfach jederzeit ansehen zu können, ohne dafür eine Videothek aufsuchen zu müssen, dies wird mit so genannten Video-on-demand Diensten möglich. Derartige Dienste sind in manchen Ländern, vor allem in den USA, bereits seit langem etabliert und ein wesentlicher Vertriebsweg für die Medienindustrie. Hierzulande ist man noch weit davon entfernt, aber das könnte sich mit Angeboten wie videociety schlagartig ändern.

Von Michael Holzinger (mh)
12.09.2011

Share this article


Will man ein wenig über die Zukunft der Unterhaltungselektronik-Industrie, vor allem im Bezug auf Service-Angebote und künftige Online-Dienste und somit die Zukunft der Distribution von Inhalten informiert sein, dann schadet es nicht, einen Blick über den großen Teich zu wagen. Schon seit Jahr und Tag gilt vor allem der US-amerikanische Markt als gutes Lehrbeispiel dafür, in welche Richtung sich der Markt auch hierzulande entwickeln könnte. Denn auch wenn Europa in vielen Bereichen durchaus eine Vorreiterrolle einnimmt, etwa im Bereich der mobilen Kommunikation, so nimmt diese Rolle ganz klar der US-amerikanische Markt im Bereich der Medienindustrie ein.

In den USA kann man seit Jahren beobachten, dass klassische Vertriebswege multimedialer Inhalte keine Zukunft haben werden. Den Anfang machte die Musikindustrie, deren klassisches Vertriebsmodell über Tonträger einbrach, da Musik zunehmend Online gekauft wurde. Diesen Weg schlug in letzter Zeit zunehmend auch der Vertrieb von Filmen ein. Während Musik auch bei uns längst zu einem nicht zu verachtenden Teil Online gekauft wird, sieht es bei Filmen hierzulande noch völlig anders aus. Im Vergleich zur USA, wo sich bereits ein florierender Markt an verschiedenen so genannten Video-on-demand Services etabliert, der bei den großen Medienunternehmen, TV-Anstalten bis zu unabhängigen Anbietern reicht, sind entsprechende Angebote in unseren Breiten noch sehr rar vertreten. Dass, was TV-Anstalten hierzulande anbieten, ist nur ein erster Vorgeschmack und die wenigen Dienste, die es auch hier gibt, sind zumeist auf wenige Geräte, die in den meisten Fällen durchaus bewusst vom Anbieter vorgegeben werden, beschränkt.

Nun aber tritt ein neuer Anbieter an, ein systemübergreifendes Angebot in Deutschland und Österreich zu etablieren. Ziel ist es, dass Kunden Filme eben nicht nur auf einem Gerät eines bestimmten Anbieters konsumieren können, sondern herstellerunabhängig auf den Dienst zugreifen können.

Dieser Anbieter nennt sich videociety GmbH mit Sitz in Hamburg, der im Frühjahr dieses Jahres den Video-on-demand Dienst natürlich zunächst in Deutschland anbot. Nun aber erweitert das Unternehmen sein Betätigungsfeld auch auf Österreich, sodass Filme über die Plattform videociety.at auch hierzulande zur Verfügung stehen.

videociety hat es sich eigenen Angaben zufolge zum Ziel gesetzt, Filme auf möglichst einfache und intuitive Art und Weise auf möglichst vielen Endgeräten zugänglich zu machen. Dabei sollen natürlich enthusiastische Filmfreunde aller Genres angesprochen werden, die Filme rund um die Uhr in bestmöglicher Qualität genießen möchten.

Das deutsche Unternehmen setzt daher auf Inhalte in HD-Qualität und 5.1 Surround-Sound, wobei Filme in diesem Fall natürlich nicht gekauft, sondern lediglich „gemietet“ werden. Das Angebot gleicht also einer herkömmlichen Videothek, nur das man hier direkt über die Fernbedienung stöbert. Die Preise beginnen bei überaus moderaten € 2,99 und reichen bis zu € 5,99 für aktuellste Filme, wobei man damit eine Leihdauer von 48 Stunden „erwirbt“. In dieser Zeit steht der Film nach Belieben zur Verfügung, also kann nicht nur wiederholt, sondern jederzeit pausiert und wieder fortgesetzt werden. Inhalte werden bei diesem Dienst im so genannten Progressive Streaming-Verfahren zur Verfügung gestellt, das heisst, es findet kein permanenter Download statt.

Wie bereits angeführt, soll der Dienst auf möglichst vielen Endgeräten verfügbar sein. Denn im Gegensatz zu anderen Unternehmen, sei es nun Sony oder Apple, um nur zwei Beispiele zu nennen, hat das deutsche Unternehmen vidoeciety natürlich keinerlei Präferenzen eigener Hardware gegenüber. Ganz im Gegenteil, je mehr Kunden man ansprechen kann, umso besser ist es für die Betreiber.

Allerdings sind natürlich auch sie gewissen Marktgegebenheiten unterworfen, sodass man über Kooperationen mit TV-Herstellern versucht, den Dienst auf möglichst breiter Front zu etablieren.

Dabei spielt den Anbietern natürlich der aktuelle Trend im TV-Geschäft in die Hände, nachdem kein Fernseher einfach nur noch ein Fernseher sein darf, sondern zumindest über einen Netzwerk-Zugang verfügen muss, idealerweise aber zumindest „smart“ sein sollte.

So konnte videociety bereits mit dem holländischen Unterhaltungselektronik-Konzern Philips eine Kooperation abschließen, sodass der Dienst über die Plattform Philips Net TV und somit auf jedem Smart TV und entsprechend ausgestatteten Blu-ray Player aus dem Hause Philips zur Verfügung steht. Auch mit Sharp konnte bereits eine Kooperation abgeschlossen werden, sodass videociety über die Sharp AQUOS NET+ Plattform abgerufen werden kann.

Nach Angaben der videociety GmbH sind bereits weitere entsprechende Kooperationen in Vorbereitung, sodass man das Angebot sukzessive auf weitere TV-Geräte-Plattformen erweitern kann.

Darüber hinaus bietet das deutsche Unternehmen auch die Option, Inhalte über Sony PS3 sowie BD Live-kompatible Blu-ray Player abzurufen. Einzige Voraussetzung ist dabei ein Speicher für BD Live-Inhalte von zumindest 1 GByte. Über eine spezielle Blu-ray Disc wird hierbei eine speziell entwickelte Java-Anwendung auf dem Gerät installiert, die zur Authentifizierung des Benutzers dient und den Zugriff auf den Video-on-demand Dienst ermöglicht. Diese Blu-ray Disc kann bei videociety angefordert werden.

Aus technischer Sicht muss man über eine Online-Anbindung mit zumindest 4 MBit/ sec verfügen, um Inhalte in der gebotenen Qualität problemlos abrufen zu können. Zudem sollte man natürlich auf das verfügbare Datenkontingent achten, da hierbei natürlich eine beträchtliche Menge an Daten übertragen werden. Abgesehen davon ist nur eine einmalige Registrierung erforderlich, wobei aber sonst keinerlei Kosten anfallen. Man zahlt also tatsächlich nur für ausgeborgte Filme. Diese kann man entweder über Kreditkarte, aber auch mittels PayPal sowie über die Mobiltelefonrechnung mit SMS und TAN-Nummern begleichen.

Der Kunde kann im stetig wachsenden Angebot stöbern und vorab Informationen über Filme abrufen. Über ein klar strukturiertes Menü-System kann nach verschiedensten Kriterien gesucht werden. Selbstverständlich ist das Menü-System darauf ausgelegt, dass man es allein mit der Infrarot-Fernbedienung des TV-Geräts bedient.

Share this article