AppsHiFiHiFi ElektronikNetzwerkNewsStreaming

Volumio connect – Wie eine schlanke Softwareplattform Streaming für günstigere Audioprodukte erschließen soll

Volumio connect richtet sich an Audiomarken, die Streaming auf preisgünstiger Hardware anbieten wollen. Die Plattform verbindet geringe Anforderungen an Prozessor und Arbeitsspeicher mit einer betreuten Softwarebasis für Musikwiedergabe, Bedienung und Updates. Zwei Varianten sollen sowohl Herstellern ohne eigenes Softwareteam als auch Entwicklern mit einer bestehenden Linux-Plattform den Einstieg ermöglichen.

In aller Kürze
  • Volumio connect ist eine ressourcenschonende Softwareplattform für Hersteller vernetzter Audioprodukte. Laut Anbieter genügen rund 200 MB RAM und eine CPU mit etwa 1 GHz; zum Funktionsumfang zählen Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Apple AirPlay 2 und Bluetooth. Volumio übernimmt die Pflege der Streaming-Protokolle sowie einer unter der jeweiligen Marke angebotenen App. Volumio connect OS deckt das gesamte Gerätesystem ab, connect Container ergänzt eine vorhandene Linux-Plattform und kann bei geeigneter Hardware auch für bereits ausgelieferte Geräte eingesetzt werden.

Volumio Srl. rückt mit Volumio connect eine Aufgabe in den Mittelpunkt, die einen Streaming-Verstärker oder Netzwerk-Player über sein gesamtes Produktleben begleitet: die Pflege seiner Software. Ein sauber konstruiertes Gehäuse, eine durchdachte Verstärkerstufe und ein guter D/A-Wandler behalten ihren Wert, während sich die Anforderungen angebundener Musikdienste weiterentwickeln können. Für eine Audiomarke bedeutet das, auch nach dem Verkauf Entwicklungsarbeit leisten zu müssen – an Schnittstellen, Apps und der Software im Gerät. Gerade bei erschwinglichen Produkten muss dieser Aufwand in eine knappe Kalkulation passen. Volumio connect setzt deshalb bei zwei eng verbundenen Fragen an: Wer übernimmt die Softwareentwicklung und ihre laufende Pflege, und wie lässt sich diese Basis auch auf kostengünstiger Hardware einsetzen?


Key Facts Volumio connect

  • Softwareplattform für preisgünstige Audioprodukte und Hardware mit begrenzten Ressourcen
  • Laut Anbieter rund 200 MB RAM und etwa 1 GHz CPU-Takt erforderlich
  • Zwei Varianten: connect OS und connect Container
  • Gleiche Steuerungs-API wie Volumio 4
  • Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Apple AirPlay 2 und Bluetooth
  • Gapless Playback, DSD-Wiedergabe, DAC-Hotplug und intelligente Lautstärkesteuerung
  • Einbindung von Line-in, optischen und koaxialen Digitaleingängen, HDMI, Phono und USB abhängig von der Gerätehardware
  • Markenspezifische App für Apple iOS und Google Android, durch Volumio gepflegt
  • Signierte Updates, gestaffelte Verteilung und Rollback-Funktion

Von der Audiomarke zum vernetzten Produkt

Volumio ist als Anbieter von Wiedergabesoftware und eigenen Streaming-Komponenten etabliert. Daneben betreibt das Unternehmen ein OEM-Geschäft mit Softwarelizenzen, Streaming-Modulen und Lösungen für Produkte anderer Marken. Volumio connect erweitert diesen Ansatz um eine schlanke Plattform für erschwingliche Audioprodukte.

Für deren Hersteller beginnt die Entscheidung bei der Aufgabenverteilung. Manche Audiomarken verfügen über eigene Softwareentwickler und eine bestehende Geräteplattform, andere konzentrieren sich auf Verstärkertechnik, Lautsprecher oder D/A-Wandler. Volumio connect berücksichtigt beide Ausgangslagen: Der Anbieter kann das gesamte Softwaresystem betreuen oder seine Streaming-Funktionen in eine vorhandene Linux-Umgebung einbringen. Daraus ergeben sich die beiden Varianten connect OS und connect Container.

connect OS: Volumio betreut das gesamte System

connect OS richtet sich an Hardwaremarken ohne eigenes Softwareteam. Volumio soll hier die Betreuung des gesamten Gerätesystems übernehmen, vom Betriebssystem über die mobile App bis zu den Updates. Damit erhält der Hersteller eine Softwarebasis, deren zentrale Bestandteile aus einer Hand entwickelt und gepflegt werden.

Für eine Audiomarke eröffnet das einen Weg, ihre eigene Hardwareentwicklung um Streaming zu ergänzen, ohne dafür eine vollständige Softwareorganisation aufbauen zu müssen. Die Abstimmung mit der konkreten Audiotechnik bleibt Teil der Produktentwicklung, etwa bei Eingängen und Lautstärkeregelung. Die laufende Pflege des Betriebssystems, der Bedienung per Smartphone und der Streaming-Anbindungen soll hingegen Volumio übernehmen.

connect Container: Streaming ergänzt die eigene Linux-Plattform

Hersteller mit einem eigenen Linux-System haben andere Anforderungen. Sie wollen ihre bestehende Entwicklung weiterführen und die übrigen Gerätefunktionen selbst verantworten. Für sie ist connect Container vorgesehen: Die Streaming-Software wird als Container in die vorhandene Umgebung eingebunden, während die restliche Plattform beim Hersteller bleibt.

Beide Varianten nutzen laut Volumio denselben Kern und dieselbe App-Basis. Auch die Steuerungs-API entspricht jener von Volumio 4, sodass bestehende Integrationen laut Anbieter weiter funktionieren. Die Entscheidung zwischen OS und Container betrifft damit vor allem den Umfang der Systembetreuung, den eine Audiomarke an Volumio übergeben möchte.

Diese zweite Variante ist auch mit Blick auf bereits ausgelieferte Produkte interessant. Laut Volumio kann der Container auf geeigneter Hardware eingesetzt werden, die sich schon bei Kunden befindet. Ein Hersteller könnte auf diesem Weg Streaming-Funktionen nachreichen oder eine vorhandene Plattform weiterentwickeln. Ob das für ein bestimmtes Gerät möglich ist, hängt von dessen Systembasis und der Umsetzung durch die Audiomarke ab.

Connect OS und Connect Container im Überblick

MerkmalConnect OSConnect Container
ZielgruppeHardwaremarken ohne eigenes SoftwareteamHersteller mit eigener Linux-Plattform und eigenem Softwareteam
SystembasisVollständige, von Volumio betreute BetriebssystemlösungStreaming-Software als Container innerhalb des vorhandenen Linux-Systems
AufgabenverteilungVolumio betreut Betriebssystem, App und UpdatesVolumio stellt die Streaming-Lösung bereit; der Hersteller verantwortet das übrige System
AppUnter der jeweiligen Audiomarke angeboten und von Volumio gepflegtUnter der jeweiligen Audiomarke angeboten und von Volumio gepflegt
Softwarekern und SteuerungGemeinsamer Softwarekern; gleiche Steuerungs-API wie Volumio 4Gemeinsamer Softwarekern; gleiche Steuerungs-API wie Volumio 4
Bereits ausgelieferte GeräteNicht vorgesehenEinsatz auf geeigneter, bereits ausgelieferter Hardware laut Volumio möglich

Rund 200 MB RAM als Ausgangspunkt

Damit eine solche Integration auch bei kostengünstiger Hardware möglich wird, setzt Volumio connect auf geringe Anforderungen an die Rechenplattform. Der Anbieter nennt rund 200 MB Arbeitsspeicher und eine CPU mit etwa 1 GHz. Das ist für Produkte relevant, bei denen Streaming nur einen Teil des gesamten Gerätekonzepts ausmacht und das Budget für die dafür benötigte Hardware begrenzt ist.

Denkbare Anwendungen sind kompakte Netzwerk-Player, vernetzte Verstärker oder Aktivlautsprecher. Die endgültige Dimensionierung richtet sich nach den weiteren Aufgaben des Geräts; die genannten Werte beschreiben zunächst den Bedarf der Streaming-Plattform. Für Hersteller schafft dieser schlanke Ansatz Spielraum bei der Hardwareauswahl. Ebenso kann er die Integration in bestehende Systeme erleichtern, deren Ressourcen bereits auf andere Funktionen verteilt sind.

Musikdienste anbinden und die Verbindung erhalten

Auf dieser Basis soll Volumio connect die Technologie-Plattformen Spotify Connect, TIDAL Connect und Qobuz Connect ebenso bereitstellen wie Apple AirPlay 2, aber auch Bluetooth. Die Plattform deckt damit Musikdienste und unterschiedliche Wege der drahtlosen Zuspielung ab. Für das fertige Produkt wählt der Hersteller die zu seiner Hardware und seinem Bedienkonzept passende Umsetzung.

Die Unterstützung dieser Dienste bringt eine dauerhafte Aufgabe mit sich. Volumio stellt in Aussicht, Änderungen an den Streaming-Protokollen zu verfolgen und die nötigen Anpassungen selbst vorzunehmen. Genau darin liegt ein wesentlicher Teil des Angebots: Der Hersteller erhält eine betreute Anbindung, deren Pflege über die Entwicklung des ersten Softwarestands hinausgeht. Für Käufer zählt das ganz praktisch, sobald sie einen vertrauten Wiedergabeweg auch nach längerer Nutzungsdauer weiter verwenden wollen.

Wiedergabe und Eingänge gehören zusammen

Für die Musikwiedergabe nennt Volumio Gapless Playback und DSD-Unterstützung. Lückenlose Übergänge sind bei Live-Alben, durchgehenden Produktionen und klassischen Werken ein wichtiger Bestandteil einer stimmigen Wiedergabe. DAC-Hotplug soll zudem das Anschließen oder Entfernen eines D/A-Wandlers im laufenden Betrieb unterstützen. Eine als intelligent beschriebene Lautstärkesteuerung gehört ebenfalls zum vorgesehenen Umfang.

Das Gerätekonzept kann dabei über Streaming hinausreichen. Volumio connect soll Line-in, optische und koaxiale Digitaleingänge, HDMI, Phono und USB einbinden können. Für einen vernetzten Verstärker oder ein aktives Lautsprechersystem ist das relevant, weil unterschiedliche Quellen über dieselbe Gerätebedienung zugänglich werden können. Die jeweiligen Anschlüsse und die zugehörige Audioelektronik muss die Hardware des Produkts bereitstellen.

Die App trägt den Namen der Audiomarke

Diese Quellen und Wiedergabefunktionen brauchen eine zugängliche Bedienung. Volumio sieht dafür eine fertige App für Apple iOS und Google Android vor, die unter der Marke des jeweiligen Herstellers angeboten und von Volumio gepflegt werden soll. Auch die Ersteinrichtung gehört zum Konzept: Nach Angaben des Anbieters soll Musik bereits nach wenigen Bedienschritten spielen.

Damit umfasst die Zusammenarbeit jene Oberfläche, über die viele Käufer ihrem Audiogerät täglich begegnen. Gerätesoftware und mobile Bedienung werden innerhalb derselben Plattform betreut. Die Audiomarke kann ihr Produkt mit einer eigenen App präsentieren und die dafür erforderliche Entwicklung und Wartung an Volumio übertragen. Das ist gerade für Unternehmen ohne eigenes Softwareteam ein wesentlicher Teil der vollständigen Systemlösung.

Updates mit einem Weg zurück

Zur Pflege von Diensten und App kommt die Aktualisierung der Software im Gerät. Volumio connect sieht dafür signierte Updates, eine gestaffelte Verteilung und eine Rollback-Funktion vor. Signaturen dienen zur Prüfung von Herkunft und Unversehrtheit eines Softwarepakets. Durch die schrittweise Verteilung lassen sich neue Versionen zunächst an einen Teil der Geräte ausliefern.

Bei Problemen soll ein Rollback die Rückkehr zu einem vorherigen Softwarestand ermöglichen. Diese Verfahren können helfen, die Folgen einer fehlerhaften Aktualisierung zu begrenzen und die Wartung ausgelieferter Produkte kontrollierter zu gestalten. Der Umfang und die Dauer der Betreuung bleiben zugleich Teil der Vereinbarung zwischen Audiomarke und Plattformanbieter.

Ein anderer Zugang zu erschwinglicher Streaming-Technik

Im Zusammenspiel dieser Elemente wird die Ausrichtung von Volumio connect deutlich. Geringe Hardwareanforderungen sollen den Einsatz in preisgünstigen Produkten ermöglichen, während die betreute Softwarebasis den Entwicklungs- und Wartungsaufwand der Audiomarke reduzieren soll. connect OS bietet dafür die umfassende Systembetreuung; connect Container lässt Herstellern Raum für ihre eigene Linux-Plattform.

Für Käufer liegt die Bedeutung in den Produkten, die auf dieser Grundlage entstehen können. Eine auf ihre Audiotechnik spezialisierte Marke erhält einen zusätzlichen Weg zu vernetzten Lösungen, einschließlich App und laufender Pflege der Streaming-Anbindungen. Zugleich eröffnet die Container-Variante bei geeigneten Systemen eine Perspektive für bereits ausgelieferte Geräte. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass die Softwarebetreuung von Beginn an Teil der Produktplanung wird.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick

  • Geringer Ressourcenbedarf: Rund 200 MB RAM und etwa 1 GHz CPU-Takt sollen Streaming auch auf kostengünstiger Hardware ermöglichen.
  • Zwei Wege zur Integration: Connect OS übernimmt das gesamte Gerätesystem, Connect Container ergänzt eine vorhandene Linux-Plattform.
  • Betreute Streaming-Anbindungen: Volumio verfolgt Änderungen an den unterstützten Protokollen und übernimmt die erforderliche Softwarepflege.
  • Eine App unter eigener Marke: Hersteller erhalten eine von Volumio gepflegte Bedienlösung für Apple iOS und Google Android.
  • Bestehende Integrationen weiter nutzen: Die gleiche Steuerungs-API wie bei Volumio 4 soll bereits entwickelte Anbindungen erhalten.
  • Perspektive für vorhandene Geräte: Connect Container kann laut Anbieter auch auf geeigneter, bereits ausgelieferter Hardware eingesetzt werden.
  • Unterschiedliche Quellen einbinden: Die Plattform unterstützt die Integration analoger und digitaler Eingänge, sofern die Gerätehardware diese bereitstellt.
  • Kontrollierte Softwareaktualisierung: Signierte Updates, gestaffelte Verteilung und Rollback sollen die Wartung erleichtern und Probleme bei Aktualisierungen begrenzen.

Preis und Verfügbarkeit

Volumio connect richtet sich allein an Gerätehersteller. Der Hersteller aus Florenz nennt daher natürlich keine öffentlichen Lizenzpreise oder Markttermine konkreter Endkundenprodukte auf dieser Basis. Industrie-Partner, bestehende als auch neue, können alle relevanten Informationen bereits auf Anfrage von Volumio erhalten.

Wir meinen…

Mit Volumio connect setzt die italienische Entwickler-Schmiede Volumio srl. an einer entscheidenden Aufgabe vernetzter Audiotechnik an: Streaming braucht eine Softwarebasis, die über den Verkaufsstart hinaus gepflegt wird. Dass Volumio diese Betreuung mit geringen Hardwareanforderungen verbindet und zwei unterschiedliche Integrationswege anbietet, macht den Ansatz gerade für erschwingliche Audioprodukte interessant. Volumio connect kann Marken ohne eigenes Softwareteam den Zugang erleichtern, während connect Container vorhandene Entwicklungsarbeit aufgreift. Besonders reizvoll ist die Möglichkeit, damit bei geeigneter Hardware auch bereits ausgelieferte Produkte weiterzuentwickeln. Für Audiomarken entsteht so zusätzlicher Spielraum bei der Produktplanung – und für Käufer die Aussicht auf vernetzte Geräte, deren Betreuung von Anfang an mitgedacht wird.

ProduktVolumio connect
Preisk. A.
MarkeVolumio S.r.l.
HerstellerVolumio S.r.l.
VertriebaudioNEXT GmbH
Mehr zu diesem Hersteller bei sempre-audio.at

Über
Volumio srl.
Quelle
Volumio srl.

Michael Holzinger

Michael Holzinger, Gründer und Chefredakteur von sempre-audio.at | Der HiFi Blog - Das HiFi Magazin und HiFi BLOG, ist seit Jahrzehnten als Journalist in den Bereichen IT, Fotografie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik tätig. Mit den Magazinen HiFi.Luxury sowie the LUXURY HOME guide begründete er zudem zwei weitere Plattformen, die für modernen, exquisiten Lebensstil stehen.

Weitere Artikel

Lassen Sie uns Ihre Meinung wissen...

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"