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WiSA – Drahtlose Audio-Architektur für moderne HiFi- und Home-Cinema-Systeme

Drahtlose Audioübertragung hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt, doch erst spezialisierte Standards ermöglichen jene Zuverlässigkeit und Präzision, die anspruchsvolle Wiedergabesysteme verlangen. WiSA – Wireless Speaker and Audio – steht für eine Technologie, die von der frühen Konzeption über die Funkarchitektur bis hin zur Integration in Lautsprecher- und AV-Systeme konsequent auf hochwertige Audioübertragung ausgerichtet wurde. Diese Reportage beleuchtet die Entwicklung, erklärt die technischen Grundlagen von der Kanalzahl bis zur Latenz und zeigt, welche Rolle WiSA künftig im HiFi- und Home-Cinema-Markt spielen könnte.

In aller Kürze
  • WiSA – Wireless Speaker and Audio – ist eine spezialisierte drahtlose Audioarchitektur für HiFi- und Heimkino-Systeme. Die Reportage erklärt Entwicklung, Technik von bis zu acht Kanälen unkomprimierten Linear PCM mit 24 Bit und 96 kHz, die niedrigen Latenzen und das Marktpotenzial des herstellerübergreifenden Standards.

Der Wunsch nach kabellosen Audioverbindungen begleitet die Branche seit vielen Jahren – und mit ihm die Frage, wie sich die Qualität klassischer Kabelverbindungen in moderne, flexible Installationen übertragen lässt. Während Bluetooth vor allem die mobile Nutzung prägte und WiFi primär als Netzwerktechnik für Datenströme fungiert, blieben Anwendungen, bei denen exakte Synchronität, hohe Datenraten und stabile Mehrkanalübertragung entscheidend sind, lange Zeit dem klassischen Lautsprecherkabel vorbehalten.

Vom Bedarf zur Entwicklung eines eigenen Audiostandards

In diese Lücke stieß eine Technologie, die nicht aus der Netzwerk- oder Telekommunikationswelt stammt, sondern aus der konsequenten Beschäftigung mit einem einzigen Thema: hochwertiger, stabiler, zeitlich präziser Audioübertragung. Unter dem Namen WiSA – Wireless Speaker and Audio entwickelte WiSA Technologies Inc. eine Funkarchitektur, die in enger Zusammenarbeit mit der WiSA Association inzwischen von zahlreichen Herstellern aufgegriffen wird und drahtlose HiFi- und Heimkino-Systeme in neuer Form ermöglicht.


Key Facts

  • Spezialisierter Wireless-Standard für hochwertige Audiowiedergabe
  • Unkomprimiertes Linear PCM mit bis zu 24 Bit und 96 kHz
  • Bis zu acht Kanäle für Konfigurationen bis 7.1 oder 5.1.2
  • Latenzen im einstelligen Millisekundenbereich, lippensynchron zu Bildsignalen
  • Sehr präzise Synchronisation zwischen den Lautsprechern im Mikrosekundenbereich
  • Nutzung des 5-GHz-Bandes in einem klar definierten Rahmen für hohe Stabilität
  • Offener, herstellerübergreifender Standard im Rahmen der WiSA Association

Von den Anfängen bis heute

Als WiSA Technologies Inc. Anfang der 2010er-Jahre damit begann, drahtlose Audiowiedergabe neu zu denken, war die Ausgangssituation in vielerlei Hinsicht festgefahren. Bluetooth hatte sich als Lösung für Kopfhörer und mobile Endgeräte etabliert, war jedoch in Bandbreite und deterministischem Verhalten für anspruchsvolle Mehrkanalwiedergabe nur bedingt geeignet. WiFi hatte die notwendige Datenrate, war aber nicht auf konstante Latenzen und synchrone Verarbeitung vieler Kanäle ausgelegt, sondern auf bestmögliche Ausnutzung eines geteilten Netzwerks.

Die zentrale Idee hinter WiSA war daher, keinen weiteren Allzweck-Standard zu entwerfen, sondern eine Funkarchitektur, die nur eine Aufgabe besonders gut erfüllt: hochwertige Audioübertragung in einem klar begrenzten, kontrollierbaren Umfeld. Statt zunächst Netzwerkfunktionen zu definieren und Audio „mitzunehmen“, entstand ein System, bei dem die Eigenschaften von Lautsprechern, AV-Komponenten und Raumsituationen der Ausgangspunkt waren.

Parallel dazu wurde die WiSA Association als Plattform für Hersteller, Technologiepartner und Händler aufgebaut. Sie sollte sicherstellen, dass Produkte verschiedener Marken auf Basis derselben Spezifikation zusammenarbeiten und dass aus einer Technologie ein echtes Ökosystem wird.

Technische Spezifikationen – Kanäle, Auflösung, Latenzen

Um den Anspruch zu erfüllen, kabelgebundene Systeme zu ersetzen oder sinnvoll zu ergänzen, mussten die technischen Parameter von WiSA von Beginn an klar definiert werden.

Kanäle und Auflösung

WiSA ist darauf ausgelegt, bis zu acht Kanäle unkomprimiertes Linear PCM zu übertragen. In der Praxis bedeutet das, dass Stereosysteme ebenso unterstützt werden wie klassische Surround-Konfigurationen von 5.1 bis hin zu 7.1 sowie Setups mit Höhenkanälen wie 5.1.2, etwa für objektbasierte Verfahren wie Dolby Atmos.

Die Spezifikation sieht Auflösungen bis zu 24 Bit und 96 kHz vor. Damit lassen sich Hi-res Audio-Inhalte ohne zusätzliche Datenreduktion im Mehrkanalbetrieb übertragen – ein deutlicher Unterschied zu vielen Bluetooth-Profilen, die standardmäßig auf verlustbehaftete Codecs setzen, und auch zu WiFi-basierten Multiroom-Systemen, bei denen Mehrkanal und deterministische Latenz nicht im Zentrum stehen.

Latenz und präzise Synchronisierung

Ein zentraler Punkt bei drahtloser AV-Wiedergabe ist die Zeitverzögerung zwischen Bild und Ton. WiSA adressiert dieses Problem, indem die Übertragung so gestaltet wurde, dass Latenzen von nur wenigen Millisekunden im Regelbetrieb erreicht werden. Typische Werte liegen – je nach Konfiguration – im Bereich von etwa 2,6 bis rund 5 Millisekunden, weit unterhalb dessen, was bei vielen allgemeinen Wireless-Systemen üblich ist.

Hinzu kommt die Synchronität zwischen den einzelnen Lautsprechern. Hier sprechen die Spezifikationen von einer Abweichung im Mikrosekundenbereich, wodurch Echo-Effekte oder räumliche Unschärfen vermieden werden. Besonders in Mehrkanal-Konfigurationen mit separaten Surround- und Höhenkanälen ist diese enge zeitliche Kopplung entscheidend dafür, dass sich ein stabiles, räumlich konsistentes Klangbild ergibt.

Funkband und Reichweite

WiSA setzt im Kern auf das 5-GHz-Band, genauer auf den U-NII-Bereich, und nutzt dieses in einem klar definierten Rahmen. Dadurch lässt sich die Belastung durch andere Datenströme deutlich begrenzen, was die Übertragung planbar macht. Die Funkstrecke ist für den Betrieb innerhalb eines Raumes ausgelegt – typischerweise in Wohn- und Heimkino-Umgebungen mit üblichen Hörentfernungen. Multiroom-Szenarien sind bewusst nicht vorgesehen.Varianten und Weiterentwicklungen

Im Laufe der Zeit hat WiSA Technologies die Plattform um verschiedene Ausprägungen ergänzt. Neben der ursprünglichen Auslegung auf hochauflösende Mehrkanalsysteme – oft als WiSA Home Theater oder WiSA HT bezeichnet – gibt es etwa mit WiSA E Lösungen, die sich stärker an integrierten TV- und Soundbar-Setups orientieren und über ein eigenes 5-GHz-WLAN zur Audioübertragung verfügen. Hier stehen besonders Integration, Kostenstruktur und flexible Einbindung im Vordergrund, während die Latenz gegenüber der High-End-Variante etwas höher liegen kann.

Die Grundidee bleibt jedoch identisch: Es geht stets um eine möglichst zuverlässige, reproduzierbare Audioübertragung mit klar definierten Parametern, auf deren Basis Hersteller ihre eigenen Produkte entwickeln können.

Einsatzfelder – Wo WiSA heute seine Stärken zeigt

Im HiFi-Bereich profitieren vor allem aktive Stereo-Systeme von WiSA. Hier kann eine zentrale Quelle – etwa ein Fernseher mit WiSA-Unterstützung, ein externer Transmitter oder ein AV-Prozessor – das Audiosignal drahtlos an die Lautsprecher übertragen, ohne dass zwischen Vorstufe und Endstufe noch Signalkabel geführt werden müssen. Die Elektronik rückt näher an die Treiber, und die Datenübertragung bleibt dennoch unkomprimiert und zeitlich kontrolliert.

Im Heimkino-Segment werden die Vorteile noch deutlicher. Rear-Lautsprecher, seitliche Surrounds oder Höhenkanäle lassen sich dort positionieren, wo sie akustisch sinnvoll sind, ohne dass Kabelwege durch Wohnräume gelegt werden müssen. Die geringe Latenz und die präzise Synchronität stellen sicher, dass Dialoge lippensynchron bleiben und Effekte nicht „nachlaufen“. In Verbindung mit kompatiblen Fernsehern, AV-Verstärkern, Soundbars oder externen Transmittern entstehen so Systeme, die in der Installation eher an klassische Plug-and-Play-Lösungen erinnern, in ihrer Leistungsfähigkeit aber deutlich näher an dedizierte Heimkino-Installationen heranrücken.

Auch im Bereich Custom Installation spielt WiSA eine Rolle, etwa wenn diskrete Decken- oder Wandlautsprecher kabellos angesteuert werden sollen, die Stromversorgung aber ohnehin an der jeweiligen Position vorhanden ist. Installateure können so hochwertige Mehrkanal-Setups realisieren, ohne überall Signalkabel einziehen zu müssen.

Die Rolle der WiSA Association – Ein Ökosystem für Interoperabilität

Mit wachsender Verbreitung von WiSA-kompatiblen Produkten wurde die Frage nach Interoperabilität zentral. Die WiSA Association fungiert hier als Schnittstelle zwischen Technologieanbieter, Industriepartnern und Handel. Sie legt die Rahmenbedingungen fest, unter denen Produkte als „WiSA Ready“ oder „WiSA Certified“ auftreten können, und sorgt dafür, dass Lautsprecher und Quellgeräte unterschiedlicher Marken miteinander kommunizieren.

Für Hersteller bedeutet das: Sie können sich auf eine etablierte technische Basis stützen, anstatt eigene proprietäre Funksysteme zu entwickeln. Für Anwender wiederum steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Investition in ein System nicht an eine einzelne Marke gebunden bleibt, sondern später flexibel erweitert oder kombiniert werden kann.

Hersteller und Produktsegmente – Wo WiSA bereits im Markt angekommen ist

Wie weit sich ein Wireless-Standard im hochwertigen Audio- und Heimkino-Segment etabliert hat, zeigt sich vor allem an der Vielzahl von Herstellern, die ihn in ihre Kernprodukte integrieren. WiSA findet heute in aktiven HiFi-Systemen, Lifestyle-Konzepten, Surround-Lösungen sowie in TV-Geräten und Projektoren Anwendung.

Aktive Lautsprecher vom Einstiegssystem bis High-end HiFi

Im Premiumsegment zählt Bang & Olufsen zu den wichtigsten Unterstützern. Das Unternehmen integriert WiSA seit vielen Jahren in eine breite Palette aktiver Lautsprechersysteme – angefangen bei klassischen Multiroom-Lautsprechern bis hin zu komplexen Surround-Setups. Die Technologie fungiert dort als zentrale drahtlose Schnittstelle für hochauflösende Mehrkanalübertragung.

Auch Buchardt Audio baut WiSA konsequent in den aktiven Modellen A500, A700 und Anniversary 10 ein – Systeme, die vollständig auf drahtlose Mehrkanalarchitektur ausgelegt sind.

Dynaudio nutzt WiSA in der Focus Series (Focus 10, Focus 30, Focus 50) und verbindet die Funktechnologie mit umfangreicher DSP-Signalbearbeitung sowie hochwertiger Verstärkerarchitektur.

Weitere relevante Marken sind System Audio und Piega, die WiSA in ausgewählten aktiven Lautsprechersystemen einsetzen, um hochwertige Wireless-Stereo- oder Surround-Konzepte ohne proprietäre Funkschnittstellen zu ermöglichen.

Triangle wiederum nutzt WiSA im Triangle Capella 2 Wireless Speaker System, einem drahtlosen High-End-Stereokonzept, das sich durch hohe Klangqualität und flexible Aufstellung auszeichnet – und das WiSA als einziger hochwertiger Funkstandard ideal ergänzt.

Auch Primare nutzt WiSA als Teil der Primare-Prisma-Plattform. Innerhalb dieser modularen Streaming-Architektur lässt sich WiSA für hochwertige drahtlose Audio-Verbindungen einsetzen – ein Ansatz, der die Flexibilität aktiver und installierter Systeme deutlich erweitert.

Und WiSA findet sich mitunter in Systemen, bei denen gar nicht darauf hingewiesen wird, dass diese Technologie zum Einsatz kommt. KEF selbst bewirbt die WiSA-Kompatibilität der Produkte der KEF LS Wireless Collection wie KEF LS60 Wireless, KEF LS50 Wireless II und KEF LSX II etwa gar nicht offensiv. Der Grund dafür ist, dass WiSA in diesen Lautsprechern eine Funktion für die drahtlose Verbindung zwischen den beiden Lautsprechern ist und nicht für die Verbindung mit anderen WiSA-komponenten wie einem Fernseher.

Electrocompaniet wiederum setzt WiSA besonders konsequent in der EC Living Produktlinie ein. Hier bildet WiSA zwar auch den technischen Kern, über den Lautsprecher, Subwoofer und Erweiterungsmodule kabellos zu kompletten HiFi-System verbunden werden, steht aber auch in Verbindung mit weiteren Produkten bereit.

Heimkino und Wireless Surround

Im Home-Cinema-Bereich setzte Klipsch mit der Reference Wireless Series auf WiSA und bot Lösungen für vollwertige Surround-Setups ohne Lautsprecherkabel an.

Fernseher als zentrales Element

Für die Verbreitung eines Wireless-Standards ist die direkte Integration in Fernseher entscheidend. Hier spielt LG Electronics die zentrale Rolle: WiSA ist seit mehreren Gerätegenerationen in zahlreichen LG-TV-Modellen implementiert, häufig mit der Kennzeichnung „WiSA Ready“ oder als vollständig integrierte WiSA-Schnittstelle.

Auch Bang & Olufsen muss hier erneut genannt werden, nutzt man doch WiSA in Premium-TV-Systemen – etwa in BeoVision- und BeoSound-Geräten –, um die kabellose Ansteuerung von BeoLab-Lautsprechern im Mehrkanalbetrieb zu ermöglichen.

Weitere Marken wie Hisense bedienen sich der WiSA-Infrastruktur teils über direkte Integration, teils über die Nutzung von WiSA-Transmittern wie dem WiSA SoundSend, der eine breite Kompatibilität mit TVs und Projektoren sicherstellt.

Projektoren und AV-Infrastruktur

Im Projektionsbereich nutzt allen voran Optoma WiSA, um Heimkino-Setups von der klassischen Lautsprecherverkabelung zu entlasten und Rear- sowie Surroundkanäle kabellos in Projektor-Umgebungen zu integrieren.

FAQ – Häufige Fragen zu WiSA

  • Was bedeutet WiSA?

    WiSA steht für Wireless Speaker and Audio und bezeichnet sowohl den Funkstandard als auch das Ökosystem, das über die WiSA Association betreut und weiterentwickelt wird.

  • Welche Audioqualität unterstützt WiSA?

    WiSA überträgt unkomprimiertes Linear PCM mit bis zu 24 Bit und 96 kHz pro Kanal. Damit entspricht die Qualität hochwertigen HiFi- und Heimkino-Anwendungen.

  • Wie viele Kanäle können übertragen werden?

    Der Standard unterstützt bis zu acht Kanäle, wodurch sich Setups wie Stereo, 5.1, 7.1 oder 5.1.2 realisieren lassen.

  • Wie hoch ist die Latenz bei WiSA?

    Die Latenz liegt im einstelligen Millisekundenbereich, sodass Bild und Ton lippensynchron bleiben. Zwischen den Lautsprechern liegt die zeitliche Abweichung im Mikrosekundenbereich, was für präzise Räumlichkeit sorgt.

  • Benötigt WiSA ein WLAN bzw. überhaupt ein Heimnetzwerk?

    Nein. WiSA arbeitet auf einer eigenen Funkverbindung im 5-GHz-Band, unabhängig vom Heimnetzwerk. Die Übertragung bleibt dadurch stabil und vorhersehbar.

  • Kann WiSA mehrere Räume gleichzeitig versorgen?

    Der Standard ist bewusst für einen Raum ausgelegt – etwa ein Wohnzimmer oder ein dediziertes Heimkino. Multiroom-Lösungen gehören nicht zur Spezifikation.

  • Welche TV-Hersteller unterstützen WiSA?

    Am weitesten verbreitet ist die Integration bei LG Electronics, wo zahlreiche Modelle seit mehreren Generationen WiSA-Ready oder vollständig WiSA-kompatibel sind. Weitere Marken wie Hisense, Toshiba oder auf Google Android-TV basierende Geräte können über entsprechende Schnittstellen oder externe Transmitter wie den WiSA SoundSend eingebunden werden. Entscheidend ist, ob das TV-Modell WiSA direkt unterstützt oder über einen separat angeschlossenen Sender arbeitet.

  • Welche Lautsprecher- und HiFi-Hersteller setzen WiSA ein?

    WiSA findet sich in aktiven HiFi- und Heimkino-Systemen von Marken wie Bang & Olufsen, Buchardt Audio, Dynaudio, Electrocompaniet, Klipsch, Triangle, Piega, System Audio sowie in bestimmten Heimkino-Umgebungen und Projektor-Setups über Hersteller wie Optoma.

  • Kann ich passive Lautsprecher mit WiSA nutzen?

    Passive Lautsprecher benötigen entweder einen WiSA-fähigen Receiver/Endverstärker oder müssen durch einen aktiven WiSA-Lautsprecher ersetzt werden. WiSA selbst überträgt nur das digitale Audiosignal, nicht das Verstärkersignal.

  • Wie zuverlässig ist WiSA im Alltag?

    Durch die klare Fokussierung auf Audio und die Nutzung eines definierten 5-GHz-Bereichs arbeitet WiSA sehr stabil. Störungen im Zusammenspiel mit anderen Funknetzen treten deutlich seltener auf als bei WLAN- oder Bluetooth-basierten Lösungen.

  • Ist WiSA ein Ersatz für Kabelverbindungen?

    Für viele Anwendungen ja – insbesondere dort, wo Surround- oder Höhenlautsprecher schwer zu verkabeln sind. WiSA kombiniert hohe Klangqualität, sehr niedrige Latenzen und präzise Kanalsteuerung, sodass die drahtlose Übertragung für viele HiFi- und Heimkino-Setups eine gleichwertige Alternative bietet.

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Marktentwicklung und Zukunftsperspektiven – Wohin führt der Weg?

Die Audio-Industrie befindet sich mitten in einem Strukturwandel. Aktive Lautsprecher, Streaming-Vorstufen, integrierte TV-Audio-Lösungen und smarte Multiroom-Konzepte prägen das Bild. In diesem Umfeld werden drahtlose Verbindungen nicht mehr als Ausnahme, sondern als Normalfall wahrgenommen.

WiSA positioniert sich dabei genau zwischen zwei Extremen: zwischen der reinen Convenience-Lösung für Hintergrundmusik und der vollständig verkabelten High-End-Installation. Die Technologie ist in der Lage, Hi-res Audio im Mehrkanalbetrieb zu übertragen, liefert definierte Latenzen und schafft damit eine planbare Grundlage für anspruchsvolle Systeme. Gleichzeitig erlaubt das Lizenz- und Ökosystemmodell, die Technik in Fernseher, Soundbars, Aktivlautsprecher und spezialisierte AV-Komponenten zu integrieren.

Mit jeder weiteren Gerätegeneration, in der WiSA-Unterstützung ab Werk implementiert wird, wächst die Relevanz des Standards. Spannend wird sein, inwieweit künftige Formate – etwa im Bereich immersiver Audio- und Gaming-Anwendungen – auf diese vorhandene Infrastruktur aufsetzen und WiSA als Baustein in umfassenderen Home-Entertainment-Konzepten nutzen.

Fazit

WiSA ist das Resultat eines konsequent auf Audio fokussierten Entwicklungsansatzes. Statt bestehende Daten- oder Kommunikationsprotokolle für Musik und Filmton „mitzunutzen“, wurde eine Funkarchitektur definiert, die die Anforderungen hochwertiger HiFi- und Heimkino-Systeme direkt in technische Parameter übersetzt: bis zu acht Kanäle unkomprimiertes Linear PCM mit hohen Auflösungen, Latenzen im Millisekundenbereich, präzise Synchronität zwischen den Kanälen und eine klar umrissene Funkumgebung.

Im Zusammenspiel mit der WiSA Association und einem wachsenden Kreis an Industriepartnern ist daraus ein Standard geworden, der über einzelne Produktlinien hinausreicht. Für Anwender eröffnet WiSA die Möglichkeit, hochwertige Audio-Setups mit deutlich reduziertem Verkabelungsaufwand zu realisieren, ohne die gewohnte Präzision aufzugeben. Und für Hersteller bietet der Standard eine Plattform, auf der sich künftige Generationen aktiver Lautsprecher- und Heimkino-Systeme aufbauen lassen – von kompakten Wohnzimmerlösungen bis hin zu ambitionierten, installierten Systemen.

ThemaWiSA – Drahtlose Audio-Architektur für moderne HiFi- und Home-Cinema-Systeme
WiSA Association
MarkeWiSA Technologies Inc.
HerstellerWiSA Technologies Inc.
VertriebWiSA Technologies Inc.
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Michael Holzinger

Michael Holzinger, Gründer und Chefredakteur von sempre-audio.at | Der HiFi Blog - Das HiFi Magazin und HiFi BLOG, ist seit Jahrzehnten als Journalist in den Bereichen IT, Fotografie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik tätig. Mit den Magazinen HiFi.Luxury sowie the LUXURY HOME guide begründete er zudem zwei weitere Plattformen, die für modernen, exquisiten Lebensstil stehen.

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