Apple AirPlay – Von AirTunes zum universellen Streaming-Standard
2004 begann alles unter dem Namen AirTunes, damals als reine Audio-Streaming-Lösung für iTunes. Heute ist aus dieser Technik Apple AirPlay geworden, ein leistungsfähiges Protokoll, das Audio- und Videostreams mit geringer Latenz, hoher Qualität und Multiroom-Funktionalität überträgt. Mit AirPlay 2 hat Apple Multiroom-Audio, verbesserte Synchronisation und eine tiefere Integration ins Smart Home eingeführt. 2025 ist AirPlay ein fester Bestandteil von iOS, macOS und tvOS – und findet sich darüber hinaus in einer Vielzahl von Drittanbieter-Geräten wie Smart-TVs, Lautsprechern oder AV-Receivern. Für technisch interessierte Leser ist AirPlay ein Paradebeispiel dafür, wie sich ein proprietärer Standard zu einem universellen Ökosystem entwickelt hat.
- Apple AirPlay verbindet iPhone, iPad und Mac mit Lautsprechern, Fernsehern und Receivern – drahtlos, verlustfrei und nahtlos ins Apple-Ökosystem integriert.
Während Google Cast von der Google Chromecast-Hardware ausgeht, hat Apple Corporation von Beginn an ein reines Protokoll entworfen, das eng mit den eigenen Betriebssystemen verzahnt ist. Apple AirPlay profitiert bis heute von Apples Kontrolle über Hardware und Software, was eine außergewöhnlich hohe Integration und Stabilität ermöglicht. Diese Reportage zeichnet die Entwicklung von AirTunes über AirPlay zu AirPlay 2 nach, erklärt die technischen Grundlagen und zeigt, wie AirPlay 2025 im Zusammenspiel mit dem Smart Home genutzt wird.
Key Facts Apple AirPlay 2025
- Start 2004 als AirTunes für iTunes-Audio, seit 2010 als AirPlay mit Video- und Screen-Mirroring, ab 2017 AirPlay 2 mit Multiroom.
- Technische Basis: Sender (iPhone, iPad, Mac, iTunes/Apple Music) überträgt Inhalte per WLAN an AirPlay-fähige Empfänger (Apple TV, HomePod, kompatible TVs/Lautsprecher).
- Audioqualität: Übertragung in AAC und ALAC (Apple Lossless) bis 16 Bit und 44,1 kHz (CD-Qualität).
- Videoformate: H.264, HEVC/H.265 und AV1 (geräteabhängig), inkl. HDR10 und Dolby Vision über Apple TV.
- Multiroom-Funktion: Seit AirPlay 2 präzise Sample-genaue Synchronisation mehrerer Lautsprecher und Steuerung über die Home-App.
- Smart-Home-Verknüpfung: Tiefe Integration in HomeKit und Siri, Einbindung in Automationen und Szenen.
- Kompatibilität: Neben Apple-Hardware unterstützen auch zahlreiche Drittanbieter (z. B. Sonos, Bowers & Wilkins, Samsung, LG, Sony) AirPlay 2.
- Sicherheit: Verschlüsselte Übertragung via AES, stark abgeschottetes Apple-Ökosystem.
Von Apple AirTunes zu Apple AirPlay 2 – Die Entwicklung
Die Wurzeln von AirPlay liegen in AirTunes, das Apple 2004 mit iTunes einführte. AirTunes erlaubte das Streamen von Musik aus iTunes auf die AirPort-Express-Basisstation, die den Ton per analogem oder digitalem Ausgang an eine Stereoanlage weitergab. Mit der Einführung von iOS 4 im Jahr 2010 wurde AirTunes zu AirPlay erweitert. Nun konnten nicht nur Audio, sondern auch Videos, Fotos und Bildschirm-Inhalte drahtlos übertragen werden. Besonders in Verbindung mit dem Apple TV wurde AirPlay zur Brücke zwischen mobilen Geräten und dem Fernseher.
2017 stellte Apple schließlich AirPlay 2 vor. Diese Weiterentwicklung brachte entscheidende Verbesserungen: Multiroom-Audio, präzise Synchronisation zwischen Lautsprechern, Steuerung über die Home-App und Siri, sowie die Integration in HomeKit-Szenarien. Damit wurde AirPlay vom praktischen Streaming-Tool zur tragenden Säule im Apple-Smart-Home. Heute, im Jahr 2025, ist AirPlay 2 der Standard und wird in nahezu allen modernen Apple-Geräten sowie in einer Vielzahl von Drittanbieter-Produkten unterstützt.
Architektur und Funktionsweise
AirPlay basiert auf einer klaren Sender-Empfänger-Logik. Als Sender dienen iPhones, iPads, Macs oder auch iTunes bzw. Apple Music am PC. Die Empfänger sind AirPlay-fähige Lautsprecher, Apple TVs, HomePods oder kompatible Fernseher.
Das Protokoll arbeitet auf der Transportebene mit RTSP (Real Time Streaming Protocol) für die Signalisierung und RTP (Real-time Transport Protocol) für den eigentlichen Stream. Die Datenübertragung erfolgt in der Regel über WLAN im lokalen Netzwerk, wobei Bonjour/mDNS für die Geräteerkennung genutzt wird. Inhalte werden in Echtzeit verschlüsselt, was für eine sichere Übertragung sorgt.
Formate und technische Möglichkeiten
AirPlay überträgt Audio typischerweise in Apple Lossless (ALAC) oder AAC mit bis zu 16 Bit / 44,1 kHz. Video wird in den von Apple unterstützten Formaten wie H.264, HEVC (H.265) oder neuerdings auch AV1 auf kompatiblen Geräten gestreamt. HDR-Formate wie HDR10 und Dolby Vision sind im Zusammenspiel mit Apple TV ebenfalls möglich.
Ein entscheidendes Merkmal von AirPlay 2 ist die Multiroom-Fähigkeit. Mehrere Lautsprecher können parallel bespielt werden, wobei die Synchronisation auf Sample-Ebene erfolgt, sodass keine hörbaren Verzögerungen auftreten. Darüber hinaus ermöglicht AirPlay eine niedrige Latenz, was für Bildschirmspiegelung oder Gaming-Anwendungen wichtig ist.
Apple AirPlay im Alltag
Die Bedienung ist denkbar einfach. Ein Wisch ins Kontrollzentrum genügt, um Musik oder Videos an einen AirPlay-Empfänger zu senden. Auf dem Mac ist AirPlay direkt in die Menüleiste oder in Apps wie QuickTime und Safari integriert. Besonders komfortabel ist, dass sich AirPlay-Streams mit Siri steuern lassen. Wer also sagt „Hey Siri, spiele Musik im Wohnzimmer und in der Küche“, startet innerhalb von Sekunden eine Multiroom-Wiedergabe.
Multiroom-Audio und Apple HomeKit-Integration
Mit AirPlay 2 hat Apple Multiroom zum Standard gemacht. Über die Home-App können Lautsprecher gruppiert, einzelnen Räumen zugeordnet und gemeinsam gesteuert werden. Im Unterschied zu Google Cast ist AirPlay tief in HomeKit integriert, sodass Szenarien wie „Abendessen“ nicht nur Licht und Heizung regeln, sondern gleichzeitig Musik auf ausgewählten Lautsprechern starten können. Diese Verzahnung macht AirPlay zu einem Schlüsselfaktor im Apple-Smart-Home.
Sicherheit und Kompatibilität
AirPlay setzt von Anfang an auf Verschlüsselung. Streams werden mit AES abgesichert, sodass Inhalte nicht ohne weiteres abgegriffen werden können. Während AirPlay ursprünglich Apple-exklusiv war, hat Apple mit AirPlay 2 die Tür für ausgewählte Partner geöffnet. Heute sind Fernseher von Herstellern wie LG, Samsung oder Sony ebenso AirPlay-fähig wie Lautsprecher von Sonos, Bowers & Wilkins oder Bang & Olufsen.
Apple AirPlay im Smart Home-Kontext
Im Smart Home fungiert AirPlay als Medienprotokoll, das vor allem Audio- und Videoinhalte verteilt. In Verbindung mit HomeKit und Siri entsteht daraus ein Ökosystem, in dem Entertainment und Hausautomation Hand in Hand gehen. Besonders die HomePods übernehmen eine Doppelfunktion: Sie sind sowohl AirPlay-Empfänger als auch HomeKit-Hub und dienen damit als Schnittstelle zwischen Streaming und Automatisierung. Damit wird AirPlay in Apples Welt weit stärker mit dem Smart Home verflochten als Google Cast bei Google.
Glossar der wichtigsten Begriffe rund um AirPlay
- AirTunes: Vorgänger von AirPlay, 2004 eingeführt, nur für Audioübertragung aus iTunes gedacht.
- AirPlay: Apples Streaming-Protokoll für Audio, Video und Bildschirmübertragung, 2010 vorgestellt.
- AirPlay 2: Seit 2017 verfügbar, bietet Multiroom, bessere Synchronisation und Integration in HomeKit.
- HomePod: Apple-Lautsprecher mit Siri, AirPlay- und HomeKit-Funktionalität, dient auch als Home-Hub.
- HomeKit: Apples Smart-Home-Plattform, in die AirPlay 2 integriert ist.
- ALAC (Apple Lossless Audio Codec): Apples verlustfreier Audio-Codec, Standard bei AirPlay-Audioübertragungen.
- Bonjour/mDNS: Netzwerkprotokoll zur Geräteerkennung, das AirPlay nutzt, um Empfänger im LAN zu finden.
FAQ zu Apple AirPlay
Was ist der Unterschied zwischen AirTunes, AirPlay und AirPlay 2?
AirTunes war der reine Audio-Vorgänger. AirPlay brachte 2010 zusätzlich Video und Screen-Mirroring. AirPlay 2 erweiterte ab 2017 um Multiroom und HomeKit-Integration.
Unterstützt AirPlay Hi-Res Audio?
AirPlay unterstützt in der Regel bis 16 Bit mit 44,1 kHz. Hi-res-Audio in 24 Bit und 48 kHz oder gar 96 kHz wird von Apple Music intern verarbeitet, aber nicht verlustfrei über AirPlay übertragen.
Kann ich AirPlay auch mit Geräten anderer Hersteller nutzen?
Ja, viele Fernseher (Samsung, LG, Sony), Lautsprecher (Sonos, B&W, Denon, Bang & Olufsen) und Receiver unterstützen AirPlay 2.
Wie sicher ist AirPlay?
Sehr sicher: Streams werden standardmäßig mit AES verschlüsselt.
Wie unterscheidet sich AirPlay von Bluetooth?
AirPlay arbeitet über WLAN, bietet höhere Qualität, geringere Latenz und Multiroom-Support. Bluetooth ist universeller, aber in Bandbreite und Reichweite begrenzter.
Ist AirPlay Teil von Matter?
Nein, AirPlay ist ein proprietäres Apple-Protokoll. Die Integration ins Smart Home erfolgt über HomeKit, nicht über Matter.
Fazit
Apple AirPlay hat sich von einer Nischenlösung für Apple iTunes zu einem global etablierten Streaming-Protokoll entwickelt, das tief im Apple-Ökosystem verankert ist. Mit Apple AirPlay 2 und der Integration in Apple HomeKit ist es mehr als nur ein Übertragungsweg für Musik oder Videos – es ist ein Eckpfeiler im Smart Home der Apple Corporation. Für technisch interessierte Nutzer bleibt Apple AirPlay auch künftig wohl eine Referenz für nahtloses, sicheres und qualitativ hochwertiges Streaming, das in puncto Integration und Bedienkomfort seinesgleichen sucht.
| Thema | Apple AirPlay – Von AirTunes zum universellen Streaming-Standard |
|---|---|
| Apple Corporation |
Technische Eckdaten
| Technologie | Apple AirPlay bzw. Apple AirPlay 2 |
|---|---|
| Einführung | 2004 als AirTunes (Audio), 2010 zu AirPlayerweitert (Video, Fotos, Screen Mirroring) |
| Hersteller / Plattform | Apple Inc. |
| Primärer Zweck | Drahtlose Übertragung von Audio, Video, Fotos und Bildschirm-Inhalten zwischen Apple-Geräten und kompatiblen Empfängern |
| Technische Basis | Wi-Fi (2,4 GHz & 5 GHz), Bonjour (ZeroConf/mDNS) für Geräteerkennung, proprietäre Streaming-Protokolle von Apple |
| Unterstützte Inhalte | Audio, Video, Fotos, Bildschirmspiegelung (Mirroring) |
| Maximale Auflösungen | AirPlay 1: bis 1080p (Video) / AirPlay 2: bis 4K UHD mit HDR und Dolby Vision (abhängig vom Gerät) |
| Audioformate | AAC, ALAC (Apple Lossless), MP3, WAV, AIFF; AirPlay 2 unterstützt Multiroom-Audio und verlustfreie Übertragung |
| Kompatibilität | iPhone, iPad, iPod touch, Mac, Apple TV, HomePod; AirPlay-kompatible TVs (Samsung, LG, Sony, Vizio) und Lautsprecher (z. B. Sonos, Bowers & Wilkins, Bang & Olufsen) |
| Steuerung | Direkt in iOS/macOS integriert (Control Center, Musik/Video-Apps), Siri-Sprachsteuerung, Home-App |
| Besonderheiten | Multiroom-Audio (AirPlay 2), Synchronisation mehrerer Lautsprecher, verlustfreie Wiedergabe, tiefe Integration ins Apple-Ökosystem |
| Abgrenzung zu Google Cast | Eng mit Apple-Ökosystem verknüpft, erlaubt auch vollständiges Screen Mirroring; weniger plattformoffen als Cast |
| Aktuelle Geräte | Apple TV HD/4K, HomePod & HomePod mini, zahlreiche AirPlay-2-zertifizierte Lautsprecher & Smart-TVs |
| Ecosystem-Integration | HomeKit, Apple Music, Apple TV+, Siri, Apple Arcade, u. v. m. |
| Relevanz im Smart Home | Zentrale Schnittstelle für Medien- und Multiroom-Streaming, nahtlose Steuerung über Apple Home und Siri |
Vergleich Apple AirPlay vs. Google Cast
| Technologie | Apple AirPlay (Apple AirPlay 2) | Google Cast |
|---|---|---|
| Ursprung | 2004 als AirTunes (Audio-only), ab 2010 AirPlay, 2017 AirPlay 2 mit Multiroom & HomeKit | 2013 mit Chromecast-Hardware gestartet, heute universelles Protokoll in vielen Geräten |
| Ökosystem | Eng an Apple-Geräte (iOS, iPadOS, macOS, tvOS) und HomeKit gebunden | Plattformunabhängig (Android, iOS, Chrome, Google TV, Web) |
| Audioformate | AAC, ALAC (bis 16 Bit/44,1 kHz, CD-Qualität) | MP3, AAC, FLAC (bis 24 Bit/96 kHz), WAV, Opus |
| Videoformate | H.264, HEVC/H.265, AV1 (teilweise), HDR10, Dolby Vision (mit Apple TV) | H.264, H.265, VP9, AV1, HDR10, Dolby Vision (geräteabhängig) |
| Streamingtechnik | RTSP/RTP, Bonjour/mDNS, Daten laufen über Sender (bei Mirroring) oder direkt (bei Content) | Sender steuert, Empfänger streamt direkt aus dem Internet (App → Gerät) |
| Multiroom-Audio | Präzise Synchronisation über AirPlay 2, tief in HomeKit integriert | Multiroom über Google Home-App, Gruppenbildung, Audio-Transfer zwischen Räumen |
| Smart-Home-Integration | Über HomeKit, Szenen und Automationen mit Siri und Home-App | Über Google Home, Integration mit Matter/Thread über Google TV Streamer |
| Bedienung | Sehr einfache Einbindung über Kontrollzentrum, Home-App und Siri | Nahtlos über Cast-Symbol in Apps, Steuerung via Google Home oder Google Assistant |
| Kompatibilität | Nativ nur Apple-Geräte; Drittanbieter (Sonos, B&W, Samsung TVs) unterstützen AirPlay 2 | Weit verbreitet: in TVs, Lautsprechern, AV-Receivern vieler Hersteller integriert |
| Latenz | Sehr gering (besonders für Audio und Screen Mirroring optimiert) | Höhere Latenz bei Screen Mirroring, ideal bei App-Streaming |
| Sicherheit | AES-Verschlüsselung, geschlossene Apple-Umgebung | HTTPS-Streams, Widevine-DRM für Video, mDNS-Erkennung |
| Hardware-Status 2025 | Kein separates Gerät mehr nötig, in Apple-Hardware integriert | Chromecast-Dongles eingestellt, Nachfolger: Google TV Streamer |
| Stärken | Perfekte Integration ins Apple-Ökosystem, einfache Bedienung, Multiroom, Sicherheit | Offene Plattform, breite Geräteauswahl, Hi-Res-Audio, starke App-Integration |
| Schwächen | Beschränkt auf Apple-Umgebung, kein echtes Hi-Res über AirPlay | Abhängig von WLAN-Qualität, teilweise uneinheitliche Geräteunterstützung |
| Marke | Apple Inc. |
|---|---|
| Hersteller | Apple Inc. |
| Vertrieb | Apple Inc. |
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